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Tatiana Astafeva

The Uses of Ostalgie in the German Cinema of the 1990-2000s


Im Mittelpunkt des Projekts steht die Verwendung von Ostalgie, d.h. die Nostalgie nach der DDR, im deutschen Film der 1990er und 2000er Jahre. Dabei sollen die cineastischen und ästhetischen Besonderheiten der Darstellung(en) von Ostalgie in den Filmen nach der Wiedervereinigung untersucht und miteinander verglichen werden. Das Ziel der Arbeit ist es zu zeigen, dass das Kino der 1990er und 2000er Jahre einen Wechsel bei der Herausbildung eines kollektiven Gedächtnisses einleitet.

Das deutsche Kino spielt seit den 1990er Jahren eine herausragende Rolle bei der Entstehung einer symbolischen Gemeinschaft, eines „neuen Deutschlands“, beispielsweise in Form von anthropologischen und stilistischen Modellen oder Ideen sowie kulturellen Aktivitäten. Die Darstellung der Vergangenheit, die u.a. in Form von Nostalgie in den Filmen nach der Wiedervereinigung gezeigt wird, ermöglicht eine Reihe von anfänglichen Problemen bei der Bildung dieser neuen Gesellschaft zu zeigen. Nostalgie bildet das Kernstück von Ostalgie und wird häufig als ein rückbeziehendes Phänomen verstanden und/oder als Eigenschaft eines virtuellen Raumes der heutigen Medien. Das kulturelle Potenzial von solchen Filmen erlauben Ostalgie – und etwas weiter gefasst – auch Nostalgie, als ein vielseitiges und facettenreiches Konzept zu verstehen, um in den Filmen eine positive nostalgische Erfahrung zu produzieren, wie es der niederländische Historiker Frank Ankersmit formuliert.

Kurzbiographie

Tatiana Astafeva ist Stipendiatin des Brandenburgischen Zentrums für Medienwissenschaften (ZeM) und Doktorandin an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Sie studierte praktische Philosophie und Wissenschaftsgeschichte an der Nationalen Forschungsuniversität “Higher School of Economics“ in Moskau, Russland. Zudem hat sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin sowie Übersetzerin von wissenschaftlichen Texten gearbeitet. Zurzeit forscht sie an ihrer Doktorarbeit über die Verwendungen von Ostalgie im deutschen Kino der 1990-2000er Jahre auf der narrativen sowie ästhetischen Ebene im Kontext der Erinnerungskultur.

Aktivitäten im Zeitraum des Stipendiums am ZeM

Publikationen Rezensionen

Astafeva,Tatiana: Review zu Andrej Tarkovskij: Klassiker – Классик – Classic – Classico: Beiträge zum internationalen Tarkovskij-Symposium an der Universität Potsdam. Herausgegeben von Norbert P. Franz. In: Apparatus. Film, Media and Digital Cultures in Central and Eastern Europe 6, 2018 (im Erscheinen).

Vorträge

“This Ain’t California: German Ostalgie in the Context of Nostalgic Cinema”. Beim 30. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium (10.03.2017, Hamburg).

Konferenzbesuche

Internationale Konferenz „Geschichte, Erinnerung, Identität: theoretische Gründe und Forschungspraktiken“ / Podiumsdiskussion „Geschichtskultur: von der Exegese zur Identitätsbildung“ (3. - 4.10.2016, Moskau).
Das offene Forschungsseminar der Europäischen Universität / Historische Fakultät „Abwesenheit statt Konfrontierung“ (30.09.2016, Sankt-Petersburg).
Workshop „Methodologie und Technologie des akademischen Schreiben“ (National Research University Higher School of Economics Moskau, 14.03.2016).

Andere Veranstaltungen

Wissenschaftsetage (WIS) im Bildungsforum Potsdam: Workshop “Critical Reasoning and Logic“ (16.-17.10.2017).
Disputationstraining für Promovierende (Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, 20.-21.10.2017).