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Liebe am ZeM Interessierte,
wir freuen uns, Ihnen unsere Veranstaltungen im Juni ankündigen zu dürfen:

WORKSHOP

Ludic Boredom

KOLLOQUIUM

Forschungs- und Doktorandenkolloquium

WORKSHOP

Serienforschung und Fernsehwissenschaft

WORKSHOP

Versatile Camcorders: Looking at the GoPro-Movement




WORKSHOP

Ludic Boredom


Zeit
Fr, 01. Juni 2018, 10.00–18.30 Uhr

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Der Workshop untersucht die sozialen, kulturellen und philosophischen Implikationen von Langeweile in Bezug auf Spiel und Arbeit, Technologie, Medien und Computerspiele mit dem Ziel, eine internationale Zusammenarbeit zu entwickeln, die ein innovatives interdisziplinäres Forschungsprogramm etabliert, um das untertheoretische Phänomen der Langeweile vertieft zu untersuchen.

Paradoxerweise scheint die Langeweile im Zentrum der gegenwärtigen Kultur der konstanten Konnektivität und Produktivität zu stehen, die durch digitale Medien verstärkt wird. Jede potentielle Langeweile ist gleichzeitig eine Möglichkeit zur Monetarisierung - Werbung, Casual Games, Social Media und andere Push-Mitteilungen scheinen um unsere Aufmerksamkeit zu konkurrieren, die ansonsten in einer glückselig verlängerten Langeweile aufgehoben werden könnte. Besonders interessant wird die Langeweile bei Spielen und digitalen Spielen, die als Gegengift dienen sollen. Der Workshop zeichnet sich zudem durch seine internationalen Referenten aus, dank der hauseigenen Förderlinie der Universität Potsdam, KoUP.


KOLLOQUIUM

Übersicht Forschungs- und Doktorandenkolloquium im Sommersemester 2018

Das medienwissenschaftliche Forschungskolloquium bietet Promovierenden und Post-Docs die Möglichkeit, ihre aktuellen Promotions- und Forschungsprojekte zu präsentieren und im kollegialen Rahmen zu diskutieren.
Folgende Termine und Vortragende sind für das Sommersemester 2018 geplant:

Fr, 01. Juni, 14.00–16.30 Uhr: Carolin Anda, Dr. Özgür Çiçek
Fr, 06. Juli, 10.30–13.00 Uhr: Naomie Gramlich, Dr. Lea Wohl von Haselberg

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Carolin Anda (ZeM): Reisen mit/durch/auf Facebook – Sozio-technische Dynamiken facebook-inhärenter Urlaubsfotografien
Die Dissertation fokussiert touristische Amateurfotografien, die ihre Distribution und Verwendung im sozialen Netzwerk Facebook finden. Die Expansion und einfache Zugänglichkeit der Social Media hat innerhalb der letzten 12 Jahre neue Verwendungsweisen privaten Materials und mediale Praktiken mit sich geführt, die den Umgang und die Rezeption privater Fotografien veränderten. Dabei migrieren soziale Praktiken der Fotografie – wie z.B. das Zeigen und Austauschen fotografischen Materials in Freundes- und Bekanntenkreisen und Fotoalben oder das Dokumentieren von Erleben – in das soziale Netzwerk Facebook und werden in die Netzwerkarchitektur integriert. Dort bilden sich durch die Bedienungsfunktionen der Interfaces, verschiedene Modifikations- wie auch Partizipationsmöglichkeiten (z.B. Like und Share-Funktionen, Hash- und Geotagging) und durch die zugrunde liegende technische Infrastruktur spezifische mediale Praktiken, Bilddistributionen und Akteursverhältnisse heraus. Urlaubsfotografien stellen dabei Aushandlungsflächen privater, kommerzieller und technischer Interessen dar, die das Netzwerk stabilisieren, mediale und sozio-technische Handlungen fixieren und beeinflussen sowie wichtige Informationen über Reisevorlieben der FotografenInnen, zurückgelegte Wegstrecken und über einzelne Bildinhalte bereithalten.

Dabei stützt sich die Arbeit auf das interdisziplinären Feld der Netzwerkforschung und ihren verbundenen aktuellen Theoriebildungen zu Formen der Visual Culture, neuen Medien, Digitalizität, sozio-kulturellen Gebrauchsweisen von Medien, Tourismustheorien sowie sozio-technischen Handlungstheorien. Zu den theoretischen Prämissen der Dissertation zählt die Annahme, dass Urlaubsfotografien über eine im sozialen Netzwerk erzeugten Handlungsträgerschaft (agency) verfügen, welche in Rezeptions-, Partizipationsprozess und sozio-technische/sozio-medialen Verkettungen auf unterschiedliche Weise aktualisiert und reproduziert werden kann. Die Dissertation interessiert sich sowohl für die technischen und nutzergenerierten Verwendungsweisen und Verteilungsmechanismen, als auch für die medialen Voraussetzungen und Bedingungen für solche Formen der Aktualisierung privaten Fotomaterials, die das Entstehen von visuellen Erfahrungswelten ermöglichen. Dieses Erkenntnisinteresse erfordert eine medienpraxeologische Auseinandersetzung sowohl mit dem fotografischen Bildmaterial und dessen Partizipations-/Modifikationsmöglichkeiten, als auch mit der sozio-kulturellen, sozio-technischen und medienwissenschaftlichen Theoriebildung.

Dr. Özgür Çiçek (ZeM): Turning Kurdish memories into films: The representation of ‘home’ as a domestic/personal archive
Das kurdische Kino, das seit den 2000er Jahren als solches kategorisiert wurde, ist ein transnationales Kino, das an verschiedenen Orten wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien, der Türkei, Rojava und dem irakischen Kurdistan produziert wird. Jetzt, da das kurdische Volk in vielen Ländern verstreut ist, beschränkt sich seine Geschichtsschreibung auf die einzelnen Versuche kurdischer Geschichtsschreiber und Wissenschaftler. Die Absenz des kurdischen Archivs oder der Geschichtsschreibung erzeugte eine Spannung, die sich durch junge, motivierte Filmemacher löste, die ihre Kameras wie Stifte nutzten, um ihre Geschichte zu schreiben, die hauptsächlich von den Erinnerungen geprägt war, die sie von ihren Eltern, Großeltern oder Verwandten hörten. In diesem Sinne machen viele kurdische Filmemacher aus der Türkei persönliche Dokumentarfilme, die ihre nicht repräsentierte persönliche Geschichte offenbaren.
Wenn wir uns kurdische Filme ansehen, die in der Türkei produziert werden, ist ein wiederkehrendes Thema die Darstellung von "Heimat" als Ort, an dem alle persönlichen Aufzeichnungen gespeichert und aufbewahrt werden. In Zeynel Doğan und Orhan Eskiköy's The Voice of My Father (2012) beispielsweise ist der Keller des Hauses der Ort, in dem Base all die Gesangsbriefe, Kleider und Habseligkeiten ihres Mannes aufbewahrt. Für sie ist 'Zuhause' mehr als ein Ort, an dem man sich am wohlsten fühlt, es ist auch ein Schloss, das aus ihren persönlichen Erinnerungen besteht. Ausgehend von diesem Hintergrund werde ich in diesem Vortrag zunächst einen kurzen Überblick über die kurdischen Filmpraktiken in der Türkei geben. Weiterhin werde ich mich auf die Darstellung von "Heimat" in kurdisch-deutschen Spiel- und Dokumentarfilmen konzentrieren. Durch den Blick auf die Filme von Ayşe Polat, Miraz Bezar, Yüksel Yavuz, Soleen Yusef und Rezan Yesilbaş werde ich die Funktion und die visuelle Ästhetik der 'Heimat' in den Filmen deutsch-kurdischer Regisseure hinterfragen. Ich erforsche, wie die Themen Heimat und Obdachlosigkeit in den kurdisch-deutschen Regiefilmen dargestellt werden? Wie kurdisch-deutsche Filmemacher das Bild der Heimat" in ihren Filmen ästhetisieren oder zerstören? Außerdem, wie kurdische Filmemacher aus der Türkei ihre Heimat darstellen oder problematisieren? Steht Heimat für den Ort der familiären Wurzeln oder für einen Ort, an dem man sich aufgrund seiner nationalen Identität sicher und unbedroht fühlt? Was ist die Funktion der Heimat als heimisches Archiv, das Spuren von nicht repräsentierten /undokumentierten persönlichen oder nationalen Geschichten speichert?


WORKSHOP

Serienforschung und Fernsehwissenschaft


Zeit
Fr, 08. Juni 2018, 09.30–18.30 Uhr

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Workshop der AG „Television Studies/Fernsehgeschichte“ der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) in Kooperation mit dem Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM).

Televisualität ist historisch aufs Engste mit verschiedensten Formen der Serialität verknüpft: Fernsehen lebt in der Gestaltung seines Programms, der Ökonomie seiner medialen Produktion sowie der ritualisierten Form seiner Rezeption von der Wiederholung in Serie. In der Fernsehserie verdichtet sich diese Kopplung zu einer genuinen Objektform: Durch das verlässliche Wiederkehren vertrauter Serienfiguren, den für jede einzelne Serie typischen Modus ihrer filmischen und narrativen Verfahren sowie die Regelmäßigkeit und Permanenz ihrer Verfügbarkeit entstehen Bindungskräfte nicht nur zwischen den einzelnen Folgen einer Serie, sondern auch zwischen Medium und Publika, durch die die Fernsehserie zum Modellfall für die Fernsehtheorie selbst geworden ist.

Mit der Emergenz der Serienforschung als eigenständigem Forschungsfeld hat sich die historisch enge Kopplung von Televisualität und Serialität sowohl hinsichtlich der Theorietraditionen und Epistemologien als auch in Bezug auf Forschungsprogrammatiken in den vergangenen Jahren zunehmend abgeschwächt: Der unverändert hohen (medien-)wissenschaftlichen Beliebtheit von Serien und seriellen Formen steht ein vergleichsweise geringes Interesse an der Theoretisierung des Fernsehens gegenüber. Dies manifestiert sich z.B. in medienneutralen Bestimmungen des Seriellen als ‚transmedialer Erzählform‘ oder im definitorischen Bestreben, das Televisuelle aus der nun ‚audiovisuellen Serie‘ gänzlich zu tilgen. Der Workshop soll daher den Raum für eine wechselseitige wie grundlegende Bestimmung des Verhältnisses von Serienforschung und Fernsehwissenschaft eröffnen: Sind Theorien des Fernsehens jenseits der bloß historischen Verschränkung von Televisualität und Serialität noch von Relevanz für die Erforschung zeitgenössischer Serien und serieller Formen? Inwieweit wäre das Televisuelle möglicher Bezugspunkt für Bestimmungen des Seriellen auch über das Fernsehen hinaus? Gibt es vielleicht gar eine Rekursivität der Fernsehgeschichte, taucht etwa das scheinbar durch narrative Progression verdrängte Episodische des Fernsehens in Form der Anthologieserie wieder auf? Umgekehrt lässt sich aber auch danach fragen, wie die Begriffsbildung der Fernsehwissenschaft auf die Auflösung, Transformation und Vernetzung medialer Dispositive und ihre Einbeziehung in digitale Medienökologien reagieren kann, auf deren analytische Durchdringung just die Serienforschung abzielt. Wie profitiert die Auseinandersetzung mit Televisualität also ihrerseits von einer Begriffsbildung, die sich vorwiegend auf ‚Quality‘-TV, auf die Serienangebote von HBO, Amazon oder Netflix und andere post-televisuelle Akteure und mediale Formen bezieht?

Wie also lässt sich eine etwaige Fernsehvergessenheit der Serienforschung nicht nur problematisieren, sondern produktiv wenden? Und wie lässt sich mit Theorien des Seriellen möglicherweise das terminologische Repertoire der Fernsehtheorie über sich hinausführen?

Vor diesem Hintergrund möchte die AG aktuelle Ansätze für die Erforschung des Seriellen im Fernsehen versammeln, gemeinsam erörtern und dadurch dem Fach neue Impulse für zukünftige Studien verleihen.


WORKSHOP

Versatile Camcorders: Looking at the GoPro-Movement


Zeit
21.–22. Juni 2018, 09.30–18.30 Uhr

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Die GoPro ist ein sogenannter "Action-Camcorder", eine kleine, einfach zu bedienende und besonders robuste Kamera, die Videoaufnahmen unter Wasser oder bei einem Fallschirmsprung und anderen schwierig zu filmenden Situationen ermöglicht.
Sie wurde 2004 erstmals als analoge Fotokamera für Surfer auf den Markt gebracht. Das Ziel dieser neuen Kultur ist in der Marke "Go-Professional" verankert: Die mutmaßliche Professionalisierung der Bildproduktion unter außergewöhnlichen Bedingungen.

Mit der GoPro als "vielseitigste Kamera der Welt", wie es im Werbetext heißt, wird die Bewegung der Kamera auf die Aktionen des Kameramanns übertragen und es besteht die Möglichkeit, die Kamera mit verschiedenen bewegten Objekten und Gegenständen zu verbinden.
Ein Genre gewagter (existenzieller) Bilder entsteht. Zum Beispiel Bilder vom Fallen (Fallschirmspringer, Basejumper und Wingsuit-Flieger) und von Gefallenen (wenn Helmkameras von Kämpfern Kampfsituationen aufzeichnen) sowie Bilder von unkontrollierbaren Situationen (wenn Tiere die Kamera entführen). Die Perspektiven werden noch mehr verwackelt als in Bildern, die mit einer Handkamera aufgenommen wurden; sie spiegeln vertikal oder horizontal, die Körper der Filmemacher in der Mitte. GoPro hat nicht nur ein neues Kamerasegment eingeführt, sondern auch die Art und Weise des Amateurfilms verändert. Dies lässt sich nicht allein auf technische Mittel zurückführen, sondern auch auf eine durchsetzungsfähige Markenkommunikation.

Themen, die auf der Konferenz zu diesem noch relativ neuen Gerät diskutiert werden sollen, sind: Die Transformation des Amateurfilms und seiner korrelierenden Bildwelten; die Geste des waghalsigen Handelns und der erhöhten Risikobereitschaft; die Auswirkungen auf den Graswurzel-Journalismus; Aspekte der Bildzirkulation in sozialen Netzwerken; neue Formen wie Selfies sowie die Auswirkungen des Gerätes auf den Körper; Überwachung (wenn die GoPro auf Drohnen montiert ist) sowie die Aufzeichnung des Unerwarteten oder Unbeabsichtigten.


Außerdem möchten wir auf folgende, an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF stattfindende Veranstaltung hinweisen:

INFORMATIONSVERANSTALTUNG

adlr.link Ressourcen für die Kommunikations-, Medien- und Filmwissenschaft

Wenn es die Bibliothek nicht hat... Versorgung mit fachspezifischer Literatur

Dr. Sebastian Stoppe

Zeit
Do, 28. Juni 2018, 12.30–13.30 Uhr

Ort
Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Raum 2115
Marlene-Dietrich-Allee 11
14482 Potsdam


Dr. Sebastian Stoppe, Projektkoordinator von adlr.link an der UB Leipzig, präsentiert die Services des zentralen Nachweisportals für Kommunikation, Film, Fernsehen und Medien.

Zielgruppe sind Studierende, Wissenschaftler*innen und Mitarbeiter*innen, die Fachliteratur für die Arbeit benötigen.

Folgende Themen werden behandelt:
Was ist adlr.link?
Wer kann adlr.link nutzen?
Wie kann mir adlr.link bei meiner Recherche helfen?