VERANSTALTUNGEN


VORTRAG

DENKEN UND BEWEGEN. Über konstellatives Denken in Kunst und Wissenschaft


Dr. Martin Hirsch


Zeit
Do, 25. Januar 2018, 19.00 Uhr

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Keynote-Vortrag des Einstein-Zirkels: Martin Hirsch – DENKEN UND BEWEGEN. Über konstellatives Denken in Kunst und Wissenschaft

Beim zweiten Treffen des Einstein-Zirkels "bod - y - motion: Zur Rolle von Körper und Emotionen in künstlerischen und wissenschaftlichen Praktiken“ wird Martin Hirsch von der Parmenides Stiftung München über seine Arbeiten im Bereich der Psychomotorik, Künstlichen Intelligenz und Denkaktivierung sprechen. Wie können wir Bewegung nutzen, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, aber auch Maschinen, neue Denk-Wege aufzuzeigen? Denken ist immer Bewegung - im Gedankenraum. Denken und Bewegen sind beides Fortbewegungsmethoden. Ausgehend davon wird Martin Hirsch in seinem Vortrag auf Betrachtungen von Carl Zuckmayer und das Tanztheater von Pina Bausch, auf Gedanken-Spiele und Denkbewegungen eingehen.

Dr. Martin Hirsch ist Wissenschaftler an der Parmenides Stiftung München und Mitgründer des Gesundheits-Start-up Ada.

An der Universität der Künste Berlin untersuchen im Rahmen des interdisziplinären Einstein-Zirkel "bod - y - motion“ Expert*innen aus Kunst und Wissenschaft die Rolle von körperlichen und emotionalen Elementen und Erfahrungen in Forschungsprozessen sowie in unserem Wissensverständnis. Ob als praktizierende Musiker*in, Produktdesigner*in oder Bildhauer*in, oder ob als praktizierende Chirurg*in, Chemiker*in oder Philosoph*in – unser Körper ist mit all seinem Wissen und all seinen Sinnen im Einsatz: Welchen Raum und Stellenwert haben körperliche und emotionale Aspekte in Schaffens- und Forschungsprozessen? Wie wird Wissen verkörpert? Wo beeinflussen Emotionen direkt oder indirekt das Arbeiten und Denken?



WORKSHOP

transmediale PhD workshop research values


Zeit
Mo, 29. Januar bis Mi, 31. Januar 2018

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


The international research/PhD workshop research values contributes to the transmediale festival program of 2018, which takes place under the title of face value. Three days of closed seminars and talks of the workshop participants at the Brandenburg Center for Media Studies – ZeM (29-31 Jan 2018) will lead to public presentations at the transmediale festival in Berlin (1 Feb 2018).
Part of the workshop at the ZeM is a public discussion on Monday 29 Jan 18.00-20.00, at the ZeM. The program will include two presentations:

Presentation “Face Value“
The curators of transmediale festival Kristoffer Gansing (artistic director) and Daphne Dragona (conference program) will present the topics and questions of the transmediale 2018

Panel “What values?”
Organizers and participants of research values will discuss topics and questions of the workshop. With: Christian Ulrik Andersen, Marie-Luise Angerer, Geoff Cox, Jan Distelmeyer, Winnie Soon, Magda Tyzlik-Carver, moderated by Søren Pold.

“Taking things at face value” seems to have become the norm of public discourse amidst today’s reactionary and algorithmically guided communication practices. transmediale wants to challenge this impulse to judge things by their immediate appearance and instead look at less visible issues, which run deep across all sectors of society. These include power relations rarely discussed at digital culture events, such as contemporary imbalances of class, gender, and race, which are also being built into technological systems.
This workshop research values presents research that reflects on and extends the festival’s theme, which interrogates value and values in contemporary media and digital culture, and questions cultural and technological shifts against the background of economization and changing value systems. Topics include the economies of utility and expenditure that pervade digital culture – currencies, semantics, identities, and their interrelations. At the same time, the workshop raises the question of how research can move out of its own self-reaffirming loop,in which it mostly fulfills an economic function. What does it mean to take research at face value? What lies beneath its surface in terms of the wider social, cultural, economic, and environmental forces it generates? In times of immediate and reactionary responses to complex realities, we urgently need to provide alternatives to this urge towards simplification, and reinvent the notion of research value/s.

Organized by
APRJA, A Peer-Reviewed Journal About

https://researchvalues2018.wordpress.com/programme/



KOLLOQUIUM

Übersicht Forschungs- und Doktorandenkolloquium im WS 2017/18


Zeit
Fr, 02. Februar, 10:00 - 13:00 Uhr: Zeynep Akbal, Dr. Anke Steinborn, Sibylle Schulz

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Das medienwissenschaftliche Forschungskolloquium bietet Promovierenden und Post-Docs die Möglichkeit, ihre aktuellen Promotions- und Forschungsprojekte zu präsentieren und im kollegialen Rahmen zu diskutieren.

Zeynep Akbal (Universität Potsdam):
Bodily perception in Virtual Reality (VR)

In my philosophically motivated and clinically relevant research, I aim to use an experimental intervention in virtual reality(VR) in which the participants can swap bodies with another person and afterwards confront their own body image in the body of the other person. I specifically research whether such embodiment experience could influence the perspective we have upon our own bodies and whether it is possible to observe certain shifts in the perception we have upon ourselves. I use ‚Machine To be Another’, a virtual setup which enables the body-swap illusion and the confrontation with the ‚doppelga╠łnger‘. I will present the methods and the data I collected from interventions in which I have worked with 40 people.
The main motivation of my research is to bring virtual technologies into the course of self- exploration, specifically bodily-perception. Where does the virtual reality stand in mediality and can we use it as a medium for reproducing certain philosophical questions which may lead us to reconsider our own bodily self? With an attempt to connect empirical work in virtual technology and neuropsychology with theories in media sciences, the results of my research may potentially reveal the distinct connection between mediality, psychology and phenomenological way of understanding the lived body experience (Leibliche Erfahrung).

Dr. Anke Steinborn (BTU Cottbus-Senftenberg):
Die Haut, das Ich und das Andere

Die Haut – so die These des Vortrags – fungiert als Schauplatz der sinnlichen Erfahrbarkeit der Protagonisten – ihrer Geschichte, ihrer Identität und ihrer Selbsterfahrung im Spiegel des Anderen. Anhand des Wechselspiels zwischen der textilen Hülle und der Haut soll den Beziehungen zwischen Image und Identität, Text und Textur, Bedeutung und Affekt im Kontext des Films nachgegangen werden. Ziel der Untersuchung ist es, unter die symbolische Hülle der Kleidung zu schauen und das Wesentliche, die Identität darunter zu ergründen.

Sibylle Schulz (Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF):
Sexualität und Macht nach der neosexuellen Revolution. Perspektiven im Rahmen der Dissertation "Sadomasochismus in Zeiten von „Fifty Shades of Grey“ – eine Annäherung"

Das individuelle Begehren ist kein machtfreier Raum. Wie Sexualität gelebt wird, hat immer auch einen gesellschaftlichen Bezug, der in der Verknüpfung von Sexualität und Macht begründet liegt. Dieses Verhältnis von Sexualität/Macht wird aus unterschiedlichen Perspektiven erörtert im Rahmen der Dissertation "Sadomasochismus in Zeiten von Fifty Shades of Grey – eine Annäherung", die sich mit medial bedingten Normalisierungstendenzen marginalisierter Sexualpräferenzen am Beispiel des Sadomasochismus und der Bestsellertrilogie Fifty Shades of Grey und deren Verfilmung beschäftigt.



BUCHVORSTELLUNG

"Was der Fall ist..."
Prekäre Choreografien


Prof. Winfried Gerling, Fachhochschule Potsdam
Dr. Fabian Goppelsröder, Freie Universität Berlin
Hans Kannewitz, Universität und Fachhochschule Potsdam


Zeit
Fr, 02. Februar 2018, 18:00 Uhr

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


"Die Welt ist alles, was der Fall ist." Was aber ist der Fall? Lässt er sich abbilden, fotografieren? Ist er schlicht unbezweifelbares Faktum, Tatsache, Gewissheit? Oder lässt er als Sturz gerade diese Sicherheiten unsicher und prekär erscheinen?
Die Bildgeschichte des Fallens ist noch kurz. Erst mit der Fotografie wird jene eigentümliche Verschränkung von Determination und Freiheit eigentlich zum Sujet. Und erst der mediale Eigensinn der Chronofotografie lässt die Komplexität des Vorgangs sichtbar werden.
Dagegen reicht seine Geschichte als Denkfigur bis zur Erzählung über die Vertreibung aus dem Paradies zurück. Heinrich von Kleist sieht den Fall als Zeichen der "gebrechlichen Einrichtung der Welt" überhaupt. Stück für Stück entwickelt sich das permanente Fallen vom Lapsus zur conditio humana. Der Mensch, die Welt ist alles, was im Fall ist. In einer Zeit, in der die GoPro den Kick des Stürzens in Netzvideos multipliziert, verliert alles Verlässliche, Stabile seinen Reiz. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist der Fall zum Signum einer ganzen Kultur geworden.
Die Reihe »Zwiegespräche« des Brandenburgischen Zentrums für Medienwissenschaften ZeM ist den vielfältigen Formen und Methoden medienwissenschaftlicher Forschung und Wissensproduktion gewidmet. Als intensiver Dialog zweier AutorInnen moduliert jeder einzelne Band einen Begriff, eine Fragestellung, ein Phänomen oder Ereignis im Raum seiner Assoziationen. Statt schlicht zwei Arbeiten zu einem Thema lose miteinander zu verbinden, soll ein sich gegenseitig anstiftender, inspirierender und infizierender Austausch entstehen. Durch die graphische wie inhaltliche Verschränkung der Beiträge, den gemeinsamen Fußnotenapparat und die durchgängige Reihe an Bildern als weiterer Ebene der Argumentation wurde mit »Zwiegespräche« eine eigene, die besondere Bezugnahme tragende Form gefunden.
Was der Fall ist - Prekäre Choreographien, ist der erste Band der Reihe mit dem das Format auch konzeptuell entwickelt wurde, entstanden in Zusammenarbeit mit Merle Ibach und Hans Kannewitz, ist der erste Band der Reihe, mit dem das Format konzeptuell entwickelt wurde.



VORTRAG

»Du musst Caligari (wieder) werden!« – Neue Blicke auf einen bekannten Klassiker


Zeit
Do, 08. Februar 2018, 13.00–17.00 Uhr

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


KOORDINATION
Oliver Hanley, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF


MODERATION
Prof. Dr. Ulrich Ruedel, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Oliver Hanley, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF


GÄSTE
Dr. Olaf Brill, Bremen
Anke Wilkening, Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden


Er gilt als Meilenstein des expressionistischen Films und als Schlüsselwerk des Kinos der jungen Weimarer Republik. Seit Jahrzehnten taucht er regelmäßig in »Top 10«- und »Best Of«-Listen in aller Welt auf. Sein Platz im Kanon der deutschen (Spiel)filmgeschichte ist unumstritten. Jedoch unterlag Das Cabinet des Dr. Caligari bis vor kurzer Zeit einer verzerrten Wahrnehmung, die gravierende Auswirkungen auf das Verständnis und Interpretation des Films hatte: Infolge des legendären Status, den der Film verliehen bekam, ist die wahre Geschichte seiner Entstehung über die Jahre in einem immer dichteren Spinnennetz von Mythen verloren gegangen. Außerdem war der Film – trotz einiger beachtenswerter Restaurierungsanläufe in den 1980er und 1990er Jahren – lange Zeit nur in Kopien und Versionen zu sehen, die bestenfalls ein blasser Abglanz seiner ursprünglichen Pracht waren. Erst 2014 konnte eine Fassung bewerkstelligt werden, die dank verbesserter Materiallage, aktueller Kenntnisse aus interdisziplinären Forschungsprojekten und modernster digitaler Technik der Gestalt und Brillanz des Originalfilms möglichst nahe kommt.

Am Donnerstag, den 8. Februar 2018 stellen im ZeM die Filmrestauratorin Anke Wilkening und der Filmhistoriker Dr. Olaf Brill ihre in Herangehensweise und Ziel unterschiedlichen, jedoch komplementären Arbeiten aus den letzten Jahren vor, die wesentlich dazu beigetragen haben, den Film Das Cabinet des Dr. Caligari und seine Geschichte in neuem Licht sehen zu können.

Im Anschluss an die Vorträge wird um 19 Uhr im Filmmuseum Potsdam die 2014 digital restaurierte Fassung von Das Cabinet des Dr. Caligari mit Livemusikbegleitung gezeigt.
Die Veranstaltung findet als Kooperation der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF (Masterstudiengang Filmkulturerbe) mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin statt und wurde vom ZeM gefördert.

Der Eintritt ist frei. Aufgrund beschränkter Raumkapazität wird eine Voranmeldung bis 25. Januar erbeten.



WORKSHOP

Filmische SciFi Cities als Dispositive urbaner Zukünfte


Zeit
Do, 22. Februar 2018 bis Sa, 24. Februar 2018

Orte
Filmmuseum Potsdam
Breite Str. 1A
14467 Potsdam

ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


ORGANISATION
Dr. Anke Steinborn, BTU Cottbus-Senftenberg
Denis Newiak, BTU Cottbus-Senftenberg


Empirische Methoden geraten bei dem Versuch, zuverlässige Prognosen über die architektonische, soziale und ökologische Entwicklung von Ballungsräumen anzustellen, angesichts der Komplexität jener dynamischen Systeme regelmäßig an ihre erkenntnistheoretischen Grenzen. Entwickeln Stadtplaner_innen ausgehend von spezifischem Wissen über die Gegenwart Teil-Szenarien zur Entwicklung von Städten in der Zukunft, enthalten Science-Fiction-Filme explizit ausformulierte Darstellungen von zukünftigen Urbanitäten, welche sich als fiktionale Extrapolationen auf eine angenommene verallgemeinerbare Beschaffenheit der Gegenwart beziehen. So verstörend diese Ausblicke in ihrer implizit wie explizit formulierten Bezugnahme auf die Welt von heute zum Teil auch sein mögen: Eben weil sie keinen Anspruch auf akademische Methodik und Nachprüfbarkeit erheben, erlauben die vielfältigen imaginierten Sci-Fi-Cities, in ihnen nach Entwürfen zu suchen, die sich bei der Gestaltung lebenswerter Zukunftsstädte nutzbar machen lassen.
Im Rahmen dieses interdisziplinären Workshops sollen die Herausforderungen des zukünftigen urbanen (Zusammen-)Lebens im Kontext von Science-Fiction-Filmen zusammengetragen und diskutiert werden.

http://www.zem-brandenburg.de/downloads/944/SciFi_Programm_online.pdf