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Oktober 2017

in medias res - Medien - Terror - Extremismus
Datum und Uhrzeit: 19.10.2017, 18.00
Ort:
Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum Potsdam
EG Veranstaltungssaal
Am Kanal 47
14467 Potsdam


Ob die heutigen Anschläge des IS oder die Attacken der RAF vor 40 Jahren – stets wird Terrorismus durch Medien begleitet und durch ihre Logiken beeinflusst. Medien berichten über extremistische Attentate und Bedrohungen, nicht selten sensationsheischend oder irreführend wie im Fall der NSU-Morde. Terroristen und Extremisten nutzen aber auch selbst Medien, um Aufmerksamkeit zu erlangen, Schrecken zu verbreiten, Gegner zu provozieren, die Wirkmächtigkeit ihrer Taten zu verstärken, Sympathisanten zu werben und sich zu organisieren. Über dieses vielschichtige Zusammenspiel von „Medien-Terror-Extremismus“ diskutieren drei ausgewiesene Fachleute am 19. Oktober 2017 in der Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum Potsdam. Diana Rieger (Universität Mannheim) und Bernd Zywietz (Universität Mainz) bieten eine medienwissenschaftliche Analyse extremistischer Aktivitäten, aber auch möglicher Gegenmaßnahmen: Bernd Zywietz forscht seit längerem zu Dschihadimus im Internet, Diana Rieger beschäftigt sich mit Counter-Narratives und medialen Strategien, um terroristische Propaganda zu entkräften. Rainer Grieger, Präsident der Fachhochschule der Brandenburger Polizei, vertritt in der Gesprächsrunde die Sichtweise der Polizeiarbeit und der Politikberatung; er wirkte mehrere Jahre in der Arbeitsgruppe „Terrorismus“ des Europäischen Rats mit. Moderiert und organisiert wird die Diskussion durch die Medienwissenschaftler Jens Eder und Chris Wahl, beide Professoren der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Die Podiumsdiskussion bildet zugleich den Auftakt zur neuen Debattenreihe in medias res, einer gemeinschaftlichen Veranstaltung der SLB Potsdam und des in Potsdam ansässigen Brandenburgischen Zentrums für Medienwissenschaften (ZeM). Sie wird künftig in regelmäßigen Abständen stattfinden und der Öffentlichkeit aktuelle Perspektiven der Medienwissenschaft zugänglich machen.

Der Eintritt ist frei.


November 2017

SEMINAR: Aktuelle Positionen der Medienwissenschaft
Dr. Tobias Conradi, ZeM

Termine
Fr, 10.11., 13:00 - 17:00 Uhr
Do, 14.12., 13:00 - 17:00 Uhr


Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Während der Promotion verläuft ein Großteil des Forschungsprozesses individuell am heimischen Schreibtisch. Zwar bieten Kolloquien und Tagungen die Möglichkeit, Ergebnisse und Thesen der eigenen Forschung im Austausch mit anderen Wissenschaftler*innen zu diskutieren, gerade in den Geisteswissenschaften ist Promovieren aber meist ein einsames Geschäft. Neben dem Verfassen eigener Texte und Vorträge, der Durchführung von Seminaren und der universitären Selbstverwaltung kommt der Austausch über die eigene Lektürepraxis häufig zu kurz. Der Workshop will hier Abhilfe schaffen: In einer kollegialen Atmosphäre sollen die Kenntnisse und Interessen von Promovierenden gebündelt und aktuelle Positionen der Medienwissenschaften diskutiert werden. Getreu dem Motto Bring your own Theories (BYOT) sind alle Promovierenden der am ZeM Brandenburg beteiligten Institutionen eingeladen, Text- und Materialvorschläge einzubringen, mit denen sie sich in ihren Projekten und ihrem Forschungsalltag beschäftigen. Dabei sollen weniger die individuellen Projekte, als vielmehr der Blick auf Konjunkturen im Feld der Medientheorie und Medienkulturwissenschaft im Zentrum stehen. Der Workshop soll auf diese Weise zur sicheren Verortung im Feld beitragen, den gemeinsamen Austausch fördern, eine Vielzahl medienwissenschaftlicher Ansätze und Gegenstände in Dialog bringen und zur stärkeren Vernetzung der in Brandenburg promovierenden Medienwissenschaftler*innen einladen.
Herzlich eingeladen sind alle Promovierenden der Brandenburgischen Medienwissenschaftsstudiengänge. Bei Interesse kann der Workshop auch von fortgeschrittenen Studierenden der Masterstudiengänge besucht werden. Anmeldung: mail@zem-brandenburg.de



KOLLOQUIUM: Übersicht Forschungs- und Doktorandenkolloquium im WS 2017/18

Das medienwissenschaftliche Forschungskolloquium bietet Promovierenden und Post-Docs die Möglichkeit, ihre aktuellen Promotions- und Forschungsprojekte zu präsentieren und im kollegialen Rahmen zu diskutieren.
Folgende Termine und Vortragende sind für das Wintersemester 2017/18 geplant:
Fr, 17.11., 10:00 - 13:00 Uhr: Annegret Zettl, Lisa Andergassen
Fr, 15.12., 10:00 - 13:00 Uhr: Kim Albrecht, Sarah Maske
Fr, 12.01., 10:00 - 13:00 Uhr: Zeynep Akbal, Florian Goldmann
Fr, 02.02., 10:00 - 13:00 Uhr: Dr. Anke Steinborn, Sibylle Schulz
Fr, 09.02., 10:00 - 13:00 Uhr: Dr. Lea Wohl von Haselberg, Dr. Natasha Poljakowa


Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Annegret Zettl (Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF): Körperinszenierungen von Soldatinnen und Partisaninnen im sowjetischen Kriegsfilm
Während der männliche soldatische Körper in der Körpertheorie ausgiebig erforscht wurde, wurden bisher kaum Untersuchungen zur Darstellung des weiblichen soldatischen Körpers vorgenommen. Dabei spielt die Inszenierung weiblicher Kriegsteilnehmerinnen im frühen russischen bzw. im nachfolgenden sowjetischen Kriegsfilm eine zentrale Rolle, um ein - sich von anderen europäischen Armeen abhebendes - positives Image der Armee zu konstruieren. Dafür nehmen die im Film dargestellten Soldatinnen häufig eine symbolische Funktion ein. Als Symbolfiguren vereinen sie Pazifismus und Wehrhaftigkeit - unabhängig davon, ob sie in einer kombattanten oder nicht-kombattanten Mission dargestellt werden. Während des Zweiten Weltkrieges wurde eine weitere weibliche Mittelpunktfigur etabliert, die als Partisanen-Märtyrerin eine Allegorie auf die „Mutter Heimat“ bildete, die den männlichen Aggressoren aus dem Westen entgegengesetzt wurde. Abhängig von ihrer Propagandafunktion wurden die dargestellten Frauen mit unterschiedlichen Graden von „Verletzungsmacht“ und „Verletzungsoffenheit“ ausgestattet. Um diese filmisch abzubilden und die Frauenfiguren sichtbar von ihren im Film dargestellten männlichen Kameraden abzugrenzen, wurden unterschiedliche Techniken zur Inszenierung des weiblichen Körpers angewandt. Das reicht von der Wahl des Kostüms und Maske, der Cadrage, der Lichtsetzung, dem Schnitt bis zur Schauspielführung und Rollenbesetzung. In dem Vortrag werden diese Techniken und ihre jeweilige Erzählfunktion vorgestellt, außerdem wird thematisiert, welchen Veränderungen die Darstellung des weiblichen soldatischen Körpers bei politischen Richtungswechseln unterlag und wie die Filmzensur auf Versuche, etablierte Darstellungstechniken zu unterlaufen, reagierte.

Lisa Andergassen (FH Potsdam): „Realitätseffekte“ - Gesten der Authentifizierung (digitaler) fotografischer Bildproduktion
Das Aufkommen digitaler Technologien hat das Verhältnis zwischen Medien und Realität verändert. Die Fotografie, deren Wirklichkeitsversprechen an ihre Materialität geknüpft war, schien neu definiert werden zu müssen. Die daraus resultierende Ausrufung der Postfotografischen Ära, war dabei nicht nur eine Abgrenzungsgeste, sondern zeugte von Versprechen und Ängsten, die allgemein mit den sogenannten „Neuen Medien“ verknüpft waren und nicht weniger als eine historische Zäsur einzuläuten schienen. Die Scheidung von Fotografie und „Post-Fotografie“ wird hier als Marker dieser Zäsur verstanden und exemplarisch verhandelt. Satt Setzungen wie digital/analog als absolut anzunehmen, wird der fotografische Wirklichkeitsbezug als etwas definiert, das nie stabil war, sondern vielmehr aus spezifischen Gesten der Authentifizierung resultiert, die bestimmte Realitätseffekte generieren. Die Effekte sagen so weniger über eine wie auch immer geartete Realität aus, als etwas über die jeweiligen medialen Bedingtheitsgefüge, wie anhand konkreter (historischer) Beispiele dargelegt wird. Dabei wird nicht über einen medienontologischen Vergleich argumentiert, sondern eine epistemologische Definition des fotografischen Wirklichkeitsbezugs versucht. Das Kapitel, das während des Kolloquiums vorgestellt werden soll, zeichnet den Diskurs nach, der mit dem Aufkommen der digitalen Techniken begann und zu einem Zerfallen der Welt in analog und digital führte, die mit Charakteristika besetzt wurden, welche zu binären Begriffspaaren führten wie Neu/Alt, Materiell/Immateriell oder eben analog/digital. Da die Begriffe jeweils nur vor der Folie des Anderen funktionieren, werden die komplementären Paare hier in ihrer (diskursiven) Relationalität beschrieben.


GASTVORTRAG: Futility, Futurity, and Junk: Thoughts on the Theory and Practice of Computer Game Archiving
Ken McAllister, Judd Ruggill

Zeit
Mi, 15.11., 17:00 - 19:00 Uhr


Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Computer game archives are repositories and incubators. In the ways they acquire, store, and document the game industry, computer game archives become, as poet Ander Monson writes, “letters to a future lover”—each artifact in the collection a communiqué to scholars whose attentions and affections are only yet nascent. In an archival context, each artifact is also a modest cultural experiment, the results of which—in the marketplace, in fandom, and in scholarship—signify how particular playful compositions resonate (directly and indirectly) with players. In way, every game, no matter how successful or distinctive, is a map and metric for the ways people play together and alone. Similarly, computer game archives become the future’s stories about (and transmutations of) the past, reservoirs for work yet to be done about work that has already been completed. To archive computer games, then, is also to ensure the vitality of games to come, for it is only by recollecting history that future understandings and innovations become possible. At the same time, computer game archiving is a silly little fart of a pursuit. The medium is as trivial, worthless, and stupid as it is important, invaluable, and deep. It also effuses an astonishing breadth of materiality, textuality, and effect, resulting in a profound pullulation of play that overwhelms even the most serious attempts at capture and categorization. In this presentation, we will explore these competing themes of import and futility via our experiences over the last two decades building and managing one of the largest research archives in the world for computer games. We will engage with questions of archival theory and practice (including the mechanisms involved in collecting, safeguarding, storing, and making accessible games and their histories), and sketch out how the act of play so important to games themselves may be usefully designed into the process of the archival act.

Ken McAllister and Judd Ruggill co-founded and co-direct the Learning Games Initiative Research Archive, which contains roughly 250,000 game related artifacts. They also have day jobs at the University of Arizona: Ken is Associate Dean of Research and Program Innovation in the College of Humanities, and Judd is Department Head of Public and Applied Humanities.
Anmeldung: mail@zem-brandenburg.de


WEITERE MELDUNGEN
Das ZeM begrüßt zwei Visiting Scholars aus der Türkei.
Ab dem 1. November bzw. 1. Dezember 2017 werden zwei türkische Medienwissenschaftler*innen für 12 Monate ihre Forschung im ZeM aufnehmen. Die Einrichtung dieses Visiting Fellowship reagiert auf die anhaltenden Repressionen, die sich nach dem gescheiterten Putschversuch 2016 in der Türkei besonders gegen Akademiker*innen des Landes wenden. Der seitdem verhängte Ausnahmezustand ermöglicht es der Regierung weiterhin ohne Verfahren und in großem Stil Lehrende, Forscher*innen, Professor*innen und Dekane aller Fachbereiche zu entlassen und ihnen die Ausreise ins Ausland zu verwehren. Zahlreiche Verhaftungen angeblicher Gülenanhänger*innen verbreiten ein Klima der Einschüchterung und der existentiellen Bedrohung. Systematisch werden die Freiheit der Lehre, die Lernfreiheit sowie die Forschungsfreiheit an den Hochschulen zerstört. Hinzu kommt die Isolation von der internationalen akademischen Gemeinschaft. Das radikale Vorgehen von Seiten der Regierung gegen freie Forschung und Lehre zeigte sich besonders deutlich bei der Verfolgung der Unterzeichner*innen der Petition „Academics for Peace“, welche sich 2016 für den Friedensprozess in den östlichen Kurdengebieten einsetzten. Gezielt wurden und werden Akademiker*innen vom Dienst suspendiert und leitende Positionen in Forschung und Lehre neu besetzt, um ein homogenes, regierungstreues Klima zu erzeugen.
Das Visiting Fellowship des ZeM versteht sich als einen Beitrag, Freiräume für eine kritische Forschung zu öffnen und staatliche Autorität herauszufordern - und das nicht nur mit Blick auf die Türkei. Weltweit sind Universitäten sowie unterschiedlichste Forschungseinrichtungen durch staatliche Repressionen und ein wissenschaftsfeindliches Klima betroffen. Um dem entgegenzuwirken, sieht sich die akademische Gemeinschaft zunehmend vor die Herausforderung gestellt, Räume und Netzwerke für Zusammenarbeit und Kommunikation zu schaffen. Innerhalb der nächsten 12 Monate wird es den beiden Visiting Scholars möglich sein, vor Ort in Potsdam ihre Forschung und Arbeit in geschützter Weise weiterzuführen.


Das ZeM ist für den 6. Potsdamer Kongresspreis 2017 in der Kategorie Außergewöhnliche/Innovative Veranstaltung nominiert!
Das ZeM hat im Jahr 2016 erfolgreich die Konferenz des NECS European Network for Cinema and Media Studies ausgerichtet. Das NECS ist die bedeutendste europäische Fachorganisation für Film- und Medienwissenschaften, deren Konferenz alljährlich mit dem Ziel stattfindet, Wissenschaftler*innen der Film- und Medienwissenschaften zum Austausch zusammenzubringen. Unter dem Titel „in/between cultures of connectivity“ bot die Konferenz 2016 einen kritischen Blick auf das Vermögen, die Widersprüche, Notwendigkeiten sowie Grenzen von Verbundenheit in einer technologischen Kultur. Im Mittelpunkt stand dabei die Divergenz zwischen wachsenden Tendenzen der Abgrenzung und Ausschließung im sozialen und politischen Feld und dem gleichzeitig omnipräsenten Versprechen von Verbundenheit/Verbindung. Mit über 500 Teilnehmer*innen aus aller Welt war die Konferenz nicht nur ein Raum des regen Austausches, sondern feierte gleichzeitig das zehnjährige Jubiläum des NECS. Das ZeM freut sich sehr über die Nominierung für den Potsdamer Kongresspreis!

Dr. Natasha Poljakowa seit Oktober 2017 als Gastwissenschaftlerin am ZeM
Wir freuen uns, Dr. Natasha Poljakowa (Royal Holloway, London) als zweite Gastwissenschaftlerin am ZeM begrüßen zu dürfen. Von Oktober 2017 bis März 2018 wird sie ihre Forschungen zu den deutsch-russischen Filmbeziehungen weiterführen.
Frau Poljakowa ist Filmhistorikerin mit Schwerpunkt auf dem deutschen und sowjetischen Kino und wird ihren Aufenthalt vor allem dazu nutzen, die zahlreichen Archive in Berlin und Brandenburg zu besuchen. Aktuell arbeitet sie an einer Publikation über die Distribution, Zensur und Rezeption deutscher und österreichischer Filme in den 1920er Jahren in der Sowjetunion. Im ZeM wird Frau Poljakowa mit verschiedenen Veranstaltungen vor allem zum ZeM-Forschungsschwerpunkt Mediengeschichte und Erinnerungskultur beitragen. Zusätzlich forscht sie in Zusammenarbeit mit ZeM-Stipendiat Alexander Zöller zur Geschichte der Beutefilme im Staatlichen Russischen Filmarchiv Gosfilmofond und der Rekonstruktion des Katalogs zum Reichsfilmarchiv.


ZeM-Finishing Grants - Ausschreibung für drei Abschlussstipendien am ZeM
Beginn: 01.01.2018
Das ZeM schreibt aktuell drei Abschlussstipendien für 2018 aus. Mit dem Stipendium soll die Abschlussphase einer Promotion unterstützt werden. Die maximale Förderdauer beträgt 12 Monate. Eine regelmäßige Teilnahme und aktive Mitwirkung an den Veranstaltungen des ZeM wird erwartet. Das geförderte Promotionsvorhaben muss an einer Hochschule des Landes Brandenburg zugelassen sein. Die geförderten Projekte müssen einen deutlichen Bezug zu mindestens einem der folgenden
Forschungsfelder aufweisen:
a) Medienästhetik und künstlicher Praxis
b) Mediengeschichte und Erinnerungskultur
c) Digitalizität und Materialität der Medien
d) Mediennarration und Mediengebrauch
Voraussetzung für die Bewerbung für ein Stipendium ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium und der glaubhafte Nachweis, dass die Promotion innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden kann. Bewerbungen mit dem Exposé des Promotions-Projektes von max. 10 Seiten, einem 15 bis 20-seitigen Auszug aus dem Manuskript der Promotion sowie Angaben darüber, was in diesem abschließenden Jahr noch zu bewerkstelligen ist, Curriculum Vitae, Abschlusszeugnissen und ggf. einem Schriftenverzeichnis sind per E-Mail (gesammelt in einer pdf-Datei) bis zum 30.11.2017 (Posteingang) zu richten an: mail@zem-brandenburg.de


Dezember 2017

VERANSTALTUNGEN


Übersicht Forschungs- und Doktorandenkolloquium im WS 2017/18


Das medienwissenschaftliche Forschungskolloquium bietet Promovierenden und Post-Docs die Möglichkeit, ihre aktuellen Promotions- und Forschungsprojekte zu präsentieren und im kollegialen Rahmen zu diskutieren.
Folgende Termine und Vortragende sind für das Wintersemester 2017/18 geplant:
Fr, 15.12., 10:00 - 13:00 Uhr: Kim Albrecht, Sarah Maske
Fr, 12.01., 10:00 - 13:00 Uhr: Zeynep Akbal, Florian Goldmann
Fr, 02.02., 10:00 - 13:00 Uhr: Dr. Anke Steinborn, Sibylle Schulz
Fr, 09.02., 10:00 - 13:00 Uhr: Dr. Lea Wohl von Haselberg, Dr. Natasha Poljakowa


Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Kim Albrecht (Universität Potsdam): Design as (de-)construction of Form
On February, 24 Facebook released a new feature called 'reactions'. Users of the web-service were now able not only to express themselves with the 'like' button but gained five additional nuances: “love,” “haha,” “wow,” “sad,” and “angry.” One unofficial story why this new feature got developed goes back to the black lives matter movement and how Facebook did not show these events in their customer's news feeds because no one ‘liked’ these posts, so the algorithm neglected them. This short example shows us something fundamental about our digital reality. We only make sense of something if we distinguish it. Without being able to express angriness it does not exists in the realm of Facebook. While the distinctions we draw in our everyday life might be fuzzy, the distinctions of the digital are binary. Databases are distinction machines that only allow us to make the differentiation the system is designed for. Information visualization is a medium that stands between these databases and the viewer. It is a powerful apparatus to ‘draw distinctions.' Throughout the talk, I want to unravel the act of drawing distinctions through visualizing data. The design process becomes something different in this context, design as an active act of creating knowledge. By drawing distinctions, the designer creates new ways to see and understand the world.

Sarah Maske (ZeM): Prozessorientierte Ökologische Kunst und Permakultur Design
Ökologische Kunst als Kategorie besteht schon seit langer Zeit. Häufig wird sie im Zusammenhang mit aktivistischen oder aufklärerischen Kunstwerken verbunden, die entweder den Menschen vor der „Natur” oder die „Natur” vor den Menschen zu schützen oder die Positionen zu erklären versucht. Was passiert aber in den immer öfter auftretenden Prozessorientierten Ökologischen Kunstwerken? Parallel zum Diskurs um die Auflösung etablierter Dualismen, neuer feministischer Ansätze und die Verbindung von Kunst und Wissenschaft zeigt sich in den Kunstwerken der Versuch der Findung einer neuen Position des Menschen in, mit und zwischen seiner Umgebung, sowie der Auflösung der Einzelpositionen. Dabei dienen die Kunstwerke als Erlebnis-Medien, die Verbindungen und Schnittstellen sichtbar machen. In den 70er Jahren entwickelten Bill Mollison und David Holmgren das Permakultur Design. Diese Methode wurde entwickelt ein nachhaltiges, im Sinne von einem autark laufenden, „System” herzustellen. Sie wurde abgeleitet aus einem Ökosystem, das nachhaltige Charakteristika aufweist.
Dieser Vortrag stellt neben Prozessorientierten Ökologischen Kunstwerken das Konzept des Permakultur Designs vor und schlägt es als Untersuchungsmethode für Prozessorientierte Ökologische Kunst vor, da es sich bei den Kunstwerken ebenfalls um funktionierende Ökosysteme handelt. Es werden Verbindungen zu Konzepten des Neuen Materialismus diskutiert und überlegt, inwiefern diese in den Kunstwerken und im Permakultur Design zusammenkommen. Vice versa stellt sich anschließend die Frage was die Prozessorientierte Ökologische Kunst für die Weiterentwicklung des Permakultur Designs tun kann, das auf der theoretischen Ebene in den 1970er stehenblieb.


Aktuelle Positionen der Medienwissenschaft


Dr. Tobias Conradi, ZeM
Termin
Do, 14.12., 13:00 - 17:00 Uhr


Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Während der Promotion verläuft ein Großteil des Forschungsprozesses individuell am heimischen Schreibtisch. Zwar bieten Kolloquien und Tagungen die Möglichkeit, Ergebnisse und Thesen der eigenen Forschung im Austausch mit anderen Wissenschaftler*innen zu diskutieren, gerade in den Geisteswissenschaften ist Promovieren aber meist ein einsames Geschäft. Neben dem Verfassen eigener Texte und Vorträge, der Durchführung von Seminaren und der universitären Selbstverwaltung kommt der Austausch über die eigene Lektürepraxis häufig zu kurz. Der Workshop will hier Abhilfe schaffen: In einer kollegialen Atmosphäre sollen die Kenntnisse und Interessen von Promovierenden gebündelt und aktuelle Positionen der Medienwissenschaften diskutiert werden. Getreu dem Motto Bring your own Theories (BYOT) sind alle Promovierenden der am ZeM Brandenburg beteiligten Institutionen eingeladen, Text- und Materialvorschläge einzubringen, mit denen sie sich in ihren Projekten und ihrem Forschungsalltag beschäftigen. Dabei sollen weniger die individuellen Projekte, als vielmehr der Blick auf Konjunkturen im Feld der Medientheorie und Medienkulturwissenschaft im Zentrum stehen. Der Workshop soll auf diese Weise zur sicheren Verortung im Feld beitragen, den gemeinsamen Austausch fördern, eine Vielzahl medienwissenschaftlicher Ansätze und Gegenstände in Dialog bringen und zur stärkeren Vernetzung der in Brandenburg promovierenden Medienwissenschaftler*innen einladen.
Herzlich eingeladen sind alle Promovierenden der Brandenburgischen Medienwissenschaftsstudiengänge. Bei Interesse kann der Workshop auch von fortgeschrittenen Studierenden der Masterstudiengänge besucht werden. Anmeldung: mail@zem-brandenburg.de



WEITERE MELDUNGEN


ZeM ist Mitherausgeber der Open-Access-Zeitschrift Apparatus. Film, Medien und digitale Kulturen in Mittel- und Osteuropa.
Ab November 2017 ist das ZeM Mitherausgeber der digitalen Open-Access-Zeitschrift Apparatus. Film, Medien und digitale Kulturen in Mittel- und Osteuropa. Diese neue wissenschaftliche Zeitschrift publiziert im anonymen Peer-Review-Verfahren Artikel, Forschungsresultate und Rezensionen in den Bereichen Film, Medien und digitale Kulturen mit einem Schwerpunkt für Zentral- und Osteuropa. Die Zeitschrift versteht sich als ein Forum für Kommunikation und internationalen akademischen Austausch. In einer Zeit, in der die Freiheit der Wissenschaft weltweit zunehmend bedroht ist oder beschnitten wird und sich anti-akademische Haltungen ausbreiten, ist die Vernetzung ebenso wie der Zugang zu aktueller Forschung ein hoher Wert, den es über nationale ebenso wie über Disziplingrenzen hinaus zu schaffen und pflegen gilt. Apparatus trägt so zu einer Demokratisierung des Zugangs zum qualitätsgesicherten Publizieren und Rezipieren von Wissenschaft bei. Erklärtes Ziel von Apparatus ist es außerdem einer Ost-West-Spaltung entgegenzuwirken und weltweiten und kostenfreien Zugang zu aktuellen und richtungsweisenden Publikationen in dem überaus spannenden Forschungsgebiet zu ermöglichen. Apparatus fördert in diesem Sinne auch Einbezug und internationale Sichtbarkeit der Forschung von Arbeiten aus und über Mittel- und Osteuropa. Beiträge stammen bisher von Medien- und Filmwissenschaftler*innen aus Deutschland, Österreich, den USA, Großbritannien und Frankreich ebenso wie aus Polen, Tschechien, Russland, den baltischen Ländern, der Ukraine, Ungarn, Kroatien oder Serbien. Apparatus verfügt über eine dreisprachige Benutzeroberfläche (DE-ENG-RU) mit drei Abstract-Versionen und publiziert auch in verschiedenen Sprachen der Region verfasste Beiträge. Die Redaktion wird gemeinsam mit Adelheid Heftberger und Irina Schulzki von Natascha Drubek geleitet. Die Idee zu Apparatus entstand im Kontext einer Heisenberg-Förderung von N. Drubek an der Universität Regensburg. Seit einigen Jahren wird Apparatus von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt und an der Freien Universität Berlin gehostet. Die Zeitschrift veröffentlicht in den zweimal jährlich erscheinenden Ausgaben nicht nur reine Textbeiträge, sondern auch Artikel mit Filmzitaten, Rezensionen und Interviews. In Planung sind auch Audio-Beiträge und audiovisuelle Essays. Ergänzt werden diese Sektionen durch einen Vimeo-Kanal, auf dem die Apparatus-Clips gespeichert und zugänglich gemacht werden. „Revealing the Invisible: Women and Editing in Central and Eastern European Film“ (“Das Unsichtbare enthüllen: Frauen und Montage im mittel- und osteuropäischen Film”) ist der derzeitige Call for Papers, der nach vielfältigen Auseinandersetzungen, historischen Analysen ebenso wie gegenwartsbezogenen Arbeiten sucht, die kritische Perspektiven aus den jeweiligen Forschungsfeldern einbringen. Gasteditorinnen: Adelheid Heftberger und Karen Pearlman.


Dr. Özgür Çiçek ab November als Gastwissenschaftlerin am ZeM
Özgür Çiçek wird ab diesem November für zwölf Monate ihr Visiting Scholarship am ZeM antreten. Nach Studien der Film- und Literaturwissenschaft in Istanbul promovierte Çiçek 2016 an der Binghamton University (USA) mit der Arbeit Kurdish cinema in Turkey: Imprisonment, Memory, and the Archive. Die Arbeit, welche die Entwicklung des kurdischen Films als eigenständige Ästhetik und Memorialpraktik zwischen 1970 und 2016 untersucht, stellt sowohl die Frage nach Ästhetiken des Politischen als auch nach den filmischen Möglichkeiten, eine Politik des Erinnerns zu schaffen. Ausgehend von dem türkisch-kurdischen Filmemacher und Schauspieler Yılmaz Güney, der seine Drehbücher und Filme aus dem Gefängnis heraus schrieb und produzierte, untersucht Çiçek die Verbindungen zwischen literarischer und filmischer Produktion unter den Bedingungen der Inhaftierung. Güney, der aufgrund seiner kommunistischen Gesinnung mehrfach in der Türkei verhaftete wurde, ist unter anderem für seinen Film „Yol – der Weg“ bekannt, den er aus dem Gefängnis heraus anwies und den er nach seiner Freilassung im Schweizer Exil fertigstellte. Çiçek untersucht darüber hinausgehend Erzählformen und ästhetische Ausdrucksweisen des neueren kurdischen Films, der zwischen Fiktion und Dokumentation ein alternatives Archiv der Erinnerung schafft. Verhandelt werden, laut Çiçek, Nationalität, Grenzziehung und Identitätskonstruktionen ebenso wie Möglichkeiten und Grenzen der Erinnerung. Diese Perspektive, die Çiçek in ihrer Arbeit einnimmt, positioniert sich zu der Staatenlosigkeit und den wenigen schriftlichen historischen Quellen der Kurden: „Due to this condition, Kurdish cinema functions like a memory book, documenting the memories of the characters the films are representing.“ Çiçek spricht daher auch von einer kurdischen Ästhetik, die sich durch eine starke Betonung des vokalen Ausdrucks, der Stimme und des Gesangs auszeichnet.
Der Schwerpunkt ihrer Forschung sowie der kritische Blick auf den Umgang und das Eingreifen der türkischen Regierung in die kurdischen Gebiete des Landes, machen es ihr und ihrer Familie zunehmend unmöglich, ihre Arbeit in der Türkei frei und ungestört fortzusetzen. Unter anderem wurde sie nach der Unterzeichnung der „Academics for Peace“ Petition, welche sich 2016 für den Friedensprozess in den östlichen Kurdengebieten einsetzte, aus ihrer Lehrposition entlassen. Während ihres Forschungsaufenthalts in Potsdam wird Özgür Çiçek die transnationale kurdische Ästhetik sowohl auf ihre stimmlichen wie bildlichen Memorialpraktiken hin untersuchen, in denen Politiken der Repräsentation und des Widerstandes zentral stehen.


Dr. Özlem Savaş ab Dezember als Gastwissenschaftlerin am ZeM
Ab diesem Dezember begrüßen wir Özlem Savaş für ein zwölfmonatiges Research Fellowship am ZeM. Nach einem Studium des Industrial Engineering und Industrial Design in Ankara promovierte Savaş 2008 mit der Arbeit „Taste Diaspora: The Aesthetic and Material Practice of Belonging” an der Universität für angewandte Kunst Wien. In ihrer ethnografisch verfahrenden Dissertation untersucht Savaş die spezifischen Ästhetiken und Politiken der Diaspora auf alltäglichen Handlungs- und Gestaltungsebenen. Die Analyse sozialer und digitaler Medienkulturen sowie Affekt-Politik(en) im Kontext von Migration und Diaspora stehen zentral für Savaş gesamtes akademisches Engagement. „In the broadest sense, my research revolves around yielding ethnographically informed understandings of how the immense social, cultural, historical, and political processes are experienced, negotiated, reproduced or transformed through everyday practices of media.“ Savaş, die Lehrpositionen in Ankara innehatte, gehörte zu den Unterzeichner*innen der „Academics for Peace“ Petition. Der in der Folge ausgeübte Druck auf ihre akademische Karriere und ihre persönliche Freiheit führten sie zum Verlassen der Türkei. Ohne weitere Erklärungen wurden laufende Forschungsprojekte von Savaş, die durch das Türkische Institut für Wissenschaft und Forschung (TÜBITAK) finanziert worden waren, aufgekündigt. Bis Ende November ist Özlem Savaş noch mit einem Bridge Fellowship Teil des Zukunftskollegs der Universität Konstanz am Institut für Literatur. Ihre derzeitige Forschung „Affective digital networks of solidarity and politics of new migrants from Turkey” widmet sich der Bedeutung und Stellung digitaler Medien im Kontext der Diaspora. Dabei fokussiert Savaş besonders auf die der Diaspora eigenen Praktiken der Solidarität und Politik im Kontext digitaler Vernetzung. Als eine der ersten betrachtet diese Arbeit die derzeitige Migration aus der Türkei nach Europa: „I focus on affective and emotional forms and spaces of politics that emerge and operate from digital networks of new migrants from Turkey, with the aim of exploring how flows and repertoires of affects, emotions, and feelings in digital media shape and expand diasporic political horizons and possibilities.“
Als Gastwissenschaftlerin am ZeM setzt Özlem Savaş ihre ethnographische Feldforschung in Potsdam und Berlin fort und verbindet dabei die Analyse affektiver, digitaler Netzwerke von Kontext einer solidarischen Kultur der Diaspora.


Forschungsprojekt Dr. Lea Wohl von Haselberg (Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF)
Das Forschungsprojekt „Zwischen Erinnerungskultur und Antisemitismus. Selbstverständnis und Erfahrung jüdischer Filmschaffender in der BRD“ soll anhand exemplarischer Arbeitsbiographien der Film- und Fernsehschaffenden Karl Fruchtmann (1915-2003), Imo Moszkowicz (1925-2011) und Gyula Trebitsch (1914-2005) einen Beitrag zur deutsch-jüdischen Filmgeschichte leisten, das Forschungsfeld ‚Jüdischer Film‘ in Deutschland stärken sowie Aufarbeitung und Analyse jüdischer Erfahrung in der BRD ermöglichen.
Zentral ist dabei der Zusammenhang von jüdischem Selbstverständnis und dem Selbstverständnis als Filmschaffende. Jüdische Erfahrung im deutschen Film- und Fernsehschaffen wird dabei beschrieben und in ihrer historischen Bedingtheit verortet. Es wird ein personalisiertes Modell von Mediengeschichte entwickelt, um gängige Paradigmen der bisherigen Filmgeschichtsschreibung zu hinterfragen – namentlich das narrative Muster, dass es nach der Shoah kein jüdisches Filmschaffen in der BRD mehr gegeben habe, sowie die etablierten Verfahren der Zuschreibung von Jüdischsein. Zur Untersuchung dieser Zusammenhänge ist ein filmhistorisches und zugleich akteurszentriertes Vorgehen zielführend, das biographische und produktionsgeschichtliche Ansätze verbindet. Anhand der exemplarischen Biographien werden die Selbstverständnisse jüdischer Film- und Fernsehschaffender gleichermaßen über ihre biographischen, werkbiographischen und filmgeschichtlichen Kontexte herausgearbeitet sowie die Sprechorte, von denen aus sie sich artikulierten. Für alle drei ist eine intensive Aufarbeitung der Nachlässe notwendig, um die jeweiligen privaten und öffentlichen Positionierungen sowie deren Veränderungen über die Zeit nachvollziehen zu können.


Januar 2018

VERANSTALTUNGEN


Übersicht Forschungs- und Doktorandenkolloquium im WS 2017/18


Das medienwissenschaftliche Forschungskolloquium bietet Promovierenden und Post-Docs die Möglichkeit, ihre aktuellen Promotions- und Forschungsprojekte zu präsentieren und im kollegialen Rahmen zu diskutieren.
Folgende Termine und Vortragende sind für das Wintersemester 2017/18 geplant:
Fr, 12.01., 10:00 - 13:00 Uhr: Florian Goldmann, Natasha Poljakowa
Fr, 02.02., 10:00 - 13:00 Uhr: Zeynep Akbal, Dr. Anke Steinborn, Sibylle Schulz


Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Florian Goldmann (ZeM): Earth Literacy. Kalkulierte Katastrophe
Das künstlerisch-wissenschaftliche Projekt ‚Modeling Catastrophe. Verortung des Maßlosen‘ untersucht den Gebrauch von Modellen zur Darstellung, Rekonstruktion und Vorhersage von Katastrophen. Es basiert auf einer audiovisuellen Materialsammlung, die sowohl physische Miniaturmodelle als auch digitale Visualisierungen und Animationen umfasst.
Der Begriff Katastrophe meint ein unmittelbares Ereignis der Zerstörung, eine Inversion des Status Quo mit weder zu bewältigendem noch vorstellbarem Schadensausmaß, von dem der Mensch - direkt oder indirekt – jedoch grundsätzlich betroffen ist. Bestehende Normen der Wahrnehmung und Darstellung werden aufgehoben und neue Maßstäbe gesetzt. Ein Modell ermöglicht durch Analogiebildung und Idealisierung, Reduktion und Vereinfachung die Darstellung und Vermittlung komplexer Sachverhalte. Ein Katastrophenereignis mit einem Modell zu repräsentieren heißt dem Ereignis entgegen seiner Maßlosigkeit ein Maß zuzuschreiben. Durch die Zuordnung von Koordinaten und messbaren Werten wird es lokalisiert, eingegrenzt und (be-)greifbar. Katastrophenmodelle sind Rekonstruktionen vergangener, Erläuterungen gegenwärtiger sowie Vorhersagen zukünftiger Ereignisse.
Beispiele aus der Materialsammlung reflektierend, werden kontextabhängige Gestaltungsentscheidungen sowie spezifische Codes hervorgehoben. Darüber hinaus wird untersucht, ob sich allgemeingültige Aussagen über sie treffen lassen. Auf einen weit gefassten Medienbegriff gestützt, wird die vermittelnde, epistemische bzw. poietische Funktion von Modellen des Katastrophalen skizziert.
Zwei interaktive Globen, die jeweils Naturgefahren und die auf diese zurückzuführenden Risiken für den Menschen und seine technisierte Umwelt visualisieren, werden einander gegenübergestellt. Im Abgleich der Beispiele aus dem Versicherungskontext und der Risikovisualisierung im Katastrophenmanagement wird deutlich, dass den Darstellungen unterschiedliche Risikobegriffe zugrunde liegen. Es soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern sich diese divergierenden Auffassungen von Risiko bzw. Katastrophe sowie die sich aus diesen abzuleitenden Vermittlungsabsichten über die Interaktion mit den Globen vermitteln.
Gemeinsam scheint beiden Darstellungen zunächst zu sein, dass sie auf der Universalisierung und Quantifizierung von Erdbeobachtungen und deren Extrapolation basierend argumentieren.

Natasha Poljakowa (ZeM): ‘Harmful pictures’: German films in Soviet distribution in the 1920s
In the academic study of the history of Soviet cinema, considerable attention has been paid to the development of film production. Western scholarship on the 1920s Soviet film culture has largely confined itself to studying Soviet ‘film avant-garde’, marginalising film distribution during the inter-war years. The significance of foreign-film imports for the foundation and development of Soviet cinema has never been the subject of detailed research. In the early 1920s Soviet audiences were given access to hundreds of new foreign films, which provided up to ninety per cent of all Soviet income from film distribution. These works, along with the films inherited from the pre-revolutionary era, constituted the lion’s share of the Soviet Union’s film repertoire. Numerous German, Austrian, French and American films, as well as major productions from Italy, Great Britain and Scandinavia, were made available in metropolitan cinemas. However, from the early 1930s there was no official recognition of the scale and impact of these imports in terms of popularity and box-office takings. My continuing research project seeks to demonstrate that foreign film distribution should be considered the Soviet Union’s most important cinema-related activity in the years of the New Economic Policy (NEP). It for the first time identifies the role of film distribution as the main factor that affected the development of the Soviet film system, determined Soviet censorship policy, and enabled the establishment of international relations in cinema until the early 1930s. The project investigates the reasons why foreign (and, particularly, German) films were imported into the Soviet Union, the mechanisms by which they were distributed, and the decision-making structures that influenced which foreign films were screened, depending on their national origin and genre. Finally, it aims to assess the impact of German films on the Soviet audiences and the evolution of Soviet cinematic practices. By presenting a series of case-studies devoted to foreign films in Soviet distribution, I aim to chart the processes which drove the cultural transfer between the Soviet and German film industries, and to offer new perspectives on the cultural, historical and economic influences on Soviet cinema in the interwar period.


CINEMA FUTURES – Filmvorführung und Workshop


Michael Palm
Termin
Filmvorführung: Do, 25. Januar 2018, ab 19:00 Uhr
Workshop: Fr, 26. Januar 2018, 10:00-15:00 Uhr


Ort
Filmvorführung:
Filmmuseum Potsdam
Breite Str. 1A
14467 Potsdam

Workshop:
WIS im Bildungsforum
Am Kanal 47
14467 Potsdam


MODERATION & ORGANISATION
Prof. Dr. Chris Wahl, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Oliver Hanley, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF


Anmeldung
o.hanley@filmuniversitaet.de


Von einer der namhaftesten Filmerbe-Institutionen, dem Österreichischen Filmmuseum, initiiert, und nach jahrelanger Arbeit im August 2016 auf den großen Filmfestspielen von Venedig uraufgeführt, ist CINEMA FUTURES der jüngste und wohl signifikanteste in einer Reihe von Dokumentarfilmen der letzten Jahre, die sich zentral mit Themen rund um das audiovisuelle Erbes beschäftigen.

Im Mittelpunkt dieser dritten abendfüllenden Arbeit des österreichischen Filmemachers Michael Palm steht die Frage nach der prekären Lage der Erhaltung von analogem Filmmaterial und dessen digitalen Nachfolgeformaten in der gegenwärtigen Umbruchszeit. In einen einführenden Prolog und sieben Kapitel gegliedert, untersucht der Film mittels einer Kombination von historischen Archivaufnahmen und neu gedrehten Interviews, von einem vom Regisseur selbst eingesprochenen essayistischen Kommentartexts untermalt, den zunehmenden, entscheidenden Einfluss der Digitalisierung auf die Produktion, Verbreitung, Restaurierung und Bewahrung von audiovisuellem Kulturgut. Zu den zahlreichen Interviewpartnern zählen neben prominenten Filmschaffenden wie Martin Scorsese und Christopher Nolan auch Künstler*innen und Wissenschaftler*innen (David Bordwell, Tacita Dean, Tom Gunning) sowie anerkannte Expert*innen aus der Welt der Filmarchive und -museen.

Am 25. und 26. Januar 2018 ist Michael Palm zu Gast in Potsdam. Am 25. Januar wird er anlässlich einer Vorführung von CINEMA FUTURES um 19 Uhr im Filmmuseum Potsdam anwesend sein und nach dem Film für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung stehen. Am Folgetag, dem 26. Januar, hält Palm von 10 bis 15 Uhr einen mehrstündigen Workshop, der zum einen die aufwändige Arbeit an CINEMA FUTURES vertiefen wird und gleichzeitig den Film im Kontext seiner vorherigen Werke behandeln soll, insbesondere anhand seiner essayistischen Studie zu Überwachungsbildern, LOW DEFINITION CONTROL (2011), sowie des „reinen” Dokumentarfilms EDGAR G. ULMER: THE MAN OFF-SCREEN (2004).

Der Eintritt zum Workshop ist frei. Aufgrund beschränkter Raumkapazität wird eine Voranmeldung bis 8. Januar erbeten. Angemeldete Workshop-Teilnehmer*innen bekommen gratis Eintritt zu der Vorstellung von CINEMA FUTURES im Filmmuseum Potsdam.


WEITERE MELDUNGEN


SENSING: Zum Wissen sensibler Medien
Graduiertenkolleg gefördert durch die VolkswagenStiftung

Wir freuen uns, dass dem ZeM durch die Volkswagenstiftung der erste hochschulübergreifende Projektantrag bewilligt wurde!
Sensoren verleihen Dingen und Maschinen die Fähigkeit zu „empfinden“, zu „spüren“, also zu erfassen und zu ermessen. Durch ihre Implementierung in Smartphones, Autos, Kleidung, Haushaltstechnologien, Spielzeug etc. scheinen insbesondere Alltagsgegenstände heute in besonderem Maße mit einem „technischen Empfindungsvermögen“ aufgeladen. Durch die Verbreitung von Sensoren werden Städte und Umgebungen zu einem sensorischen Netzwerk. Interaktionen zwischen Menschen und smarten Maschinen/Umgebungen/Dingen werden heute durch die autonome Interaktion von sensorischen Maschinen ergänzt, unterstützt bzw. kontrolliert. Dabei wird auch die menschliche Sinneswahrnehmung zunehmend technisch erfasst und gesteuert, etwa durch Eyetracking, Bewegungs- und Bildsensoren oder Verfahren der Emotionserkennung.

Das Graduiertenkolleg SENSING: Zum Wissen sensibler Medien führt zu diesem aktuellen Themenfeld eine Gruppe von Promovierenden der Medienwissenschaften zusammen, die in Einzelprojekten Fragen computertechnisch vernetzter Sensorik erforschen. Die Themen und das Format des Graduiertenkollegs sind dabei sowohl auf theoretische, in den Medienwissenschaften relevante Fragestellungen, als auch auf aktuelle Praxis- und Arbeitsfelder ausgerichtet. Begleitet durch medienwissenschaftlich und medienpraktisch erfahrene Professor*innen, die die Bereiche Mediengebrauch, Medienästhetik, Medienkulturgeschichte, Medientheorie und Medienökologie abdecken, werden die Promovierenden anhand konkreter Beispiele von Sensortechnologien, sensorischem Design und technisch-organischen Operationen die Theorie in der Praxis sowie die Praxis in der Theorie untersuchen.

Voraussichtlicher Beginn wird der 01. Juni 2018 sein. Es werden sieben Promotionsstellen sowie eine Postdoc-Stelle für jeweils vier Jahre ausgeschrieben. Für das Projekt arbeiten die Universität Potsdam (Europäische Medienwissenschaft), die Fachhochschule Potsdam (Europäische Medienwissenschaft), die Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF (Fachbereich Dramaturgie und Ästhetik audiovisueller Medien) und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (Lehrstuhl für Angewandte Medienwissenschaften) zusammen. Die Promovierenden werden eine zwölfmonatige Praxisphase bei Partnerinstitutionen und -unternehmen durchlaufen. Eine Zusage zur Kooperation haben Art + Com AG, Deutsche Welle, Computerspielemuseum Gamehouse GmbH, Fraunhofer Institut für Nachrichtentechnik, MiriquidiFilm, Böhlau Verlag GmbH, Cornelsen Verlag GmbH, Meetrics GmbH sowie das Museum für Kommunikation Berlin gegeben. Das organisatorische Zentrum und den hochschulübergreifenden Rahmen des Graduiertenkollegs bildet das Brandenburgische Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM), dem als gemeinsame Forschungseinrichtung der Hochschulen des Landes Brandenburg alle am Projekt beteiligten Professor*innen angehören.


Dr. Tobias Conradi als Visiting Professor in die USA eingeladen
Wir freuen uns, dass unser Postdoc-Stipendiat Dr. Tobias Conradi im Zuge eines Max Kade Distinguished Visiting Professorships nach Ohio eingeladen wurde. Seine Gastprofessur an der University of Cincinatti wird er von Januar bis April 2018 antreten. Die Max Kade Foundation existiert seit 1944 und fördert heutzutage speziell den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch zwischen den USA und Deutschland sowie Österreich.

Was der Fall ist... – Erstes Buch der ZeM-Reihe erschienen
Die erste Buchpublikation aus der ZeM-Reihe ist im Kadmos-Verlag erschienen: Was der Fall ist... von Winfried Gerling und Fabian Goppelsröder. Was aber ist der Fall? Lässt er sich abbilden, fotografieren? Ist er schlicht unbezweifelbares Faktum, Tatsache, Gewissheit? Oder lässt er als Sturz gerade diese Sicherheiten unsicher und prekär erscheinen.


Februar 2018

VERANSTALTUNGEN


VORTRAG

DENKEN UND BEWEGEN. Über konstellatives Denken in Kunst und Wissenschaft


Dr. Martin Hirsch


Zeit
Do, 25. Januar 2018, 19.00 Uhr

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Keynote-Vortrag des Einstein-Zirkels: Martin Hirsch – DENKEN UND BEWEGEN. Über konstellatives Denken in Kunst und Wissenschaft

Beim zweiten Treffen des Einstein-Zirkels "bod - y - motion: Zur Rolle von Körper und Emotionen in künstlerischen und wissenschaftlichen Praktiken“ wird Martin Hirsch von der Parmenides Stiftung München über seine Arbeiten im Bereich der Psychomotorik, Künstlichen Intelligenz und Denkaktivierung sprechen. Wie können wir Bewegung nutzen, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, aber auch Maschinen, neue Denk-Wege aufzuzeigen? Denken ist immer Bewegung - im Gedankenraum. Denken und Bewegen sind beides Fortbewegungsmethoden. Ausgehend davon wird Martin Hirsch in seinem Vortrag auf Betrachtungen von Carl Zuckmayer und das Tanztheater von Pina Bausch, auf Gedanken-Spiele und Denkbewegungen eingehen.

Dr. Martin Hirsch ist Wissenschaftler an der Parmenides Stiftung München und Mitgründer des Gesundheits-Start-up Ada.

An der Universität der Künste Berlin untersuchen im Rahmen des interdisziplinären Einstein-Zirkel "bod - y - motion“ Expert*innen aus Kunst und Wissenschaft die Rolle von körperlichen und emotionalen Elementen und Erfahrungen in Forschungsprozessen sowie in unserem Wissensverständnis. Ob als praktizierende Musiker*in, Produktdesigner*in oder Bildhauer*in, oder ob als praktizierende Chirurg*in, Chemiker*in oder Philosoph*in – unser Körper ist mit all seinem Wissen und all seinen Sinnen im Einsatz: Welchen Raum und Stellenwert haben körperliche und emotionale Aspekte in Schaffens- und Forschungsprozessen? Wie wird Wissen verkörpert? Wo beeinflussen Emotionen direkt oder indirekt das Arbeiten und Denken?



WORKSHOP

transmediale PhD workshop research values


Zeit
Mo, 29. Januar bis Mi, 31. Januar 2018

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


The international research/PhD workshop research values contributes to the transmediale festival program of 2018, which takes place under the title of face value. Three days of closed seminars and talks of the workshop participants at the Brandenburg Center for Media Studies – ZeM (29-31 Jan 2018) will lead to public presentations at the transmediale festival in Berlin (1 Feb 2018).
Part of the workshop at the ZeM is a public discussion on Monday 29 Jan 18.00-20.00, at the ZeM. The program will include two presentations:

Presentation “Face Value“
The curators of transmediale festival Kristoffer Gansing (artistic director) and Daphne Dragona (conference program) will present the topics and questions of the transmediale 2018

Panel “What values?”
Organizers and participants of research values will discuss topics and questions of the workshop. With: Christian Ulrik Andersen, Marie-Luise Angerer, Geoff Cox, Jan Distelmeyer, Winnie Soon, Magda Tyzlik-Carver, moderated by Søren Pold.

“Taking things at face value” seems to have become the norm of public discourse amidst today’s reactionary and algorithmically guided communication practices. transmediale wants to challenge this impulse to judge things by their immediate appearance and instead look at less visible issues, which run deep across all sectors of society. These include power relations rarely discussed at digital culture events, such as contemporary imbalances of class, gender, and race, which are also being built into technological systems.
This workshop research values presents research that reflects on and extends the festival’s theme, which interrogates value and values in contemporary media and digital culture, and questions cultural and technological shifts against the background of economization and changing value systems. Topics include the economies of utility and expenditure that pervade digital culture – currencies, semantics, identities, and their interrelations. At the same time, the workshop raises the question of how research can move out of its own self-reaffirming loop,in which it mostly fulfills an economic function. What does it mean to take research at face value? What lies beneath its surface in terms of the wider social, cultural, economic, and environmental forces it generates? In times of immediate and reactionary responses to complex realities, we urgently need to provide alternatives to this urge towards simplification, and reinvent the notion of research value/s.

Organized by
APRJA, A Peer-Reviewed Journal About

https://researchvalues2018.wordpress.com/programme/



KOLLOQUIUM

Übersicht Forschungs- und Doktorandenkolloquium im WS 2017/18


Zeit
Fr, 02. Februar, 10:00 - 13:00 Uhr: Zeynep Akbal, Dr. Anke Steinborn, Sibylle Schulz

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Das medienwissenschaftliche Forschungskolloquium bietet Promovierenden und Post-Docs die Möglichkeit, ihre aktuellen Promotions- und Forschungsprojekte zu präsentieren und im kollegialen Rahmen zu diskutieren.

Zeynep Akbal (Universität Potsdam):
Bodily perception in Virtual Reality (VR)

In my philosophically motivated and clinically relevant research, I aim to use an experimental intervention in virtual reality(VR) in which the participants can swap bodies with another person and afterwards confront their own body image in the body of the other person. I specifically research whether such embodiment experience could influence the perspective we have upon our own bodies and whether it is possible to observe certain shifts in the perception we have upon ourselves. I use ‚Machine To be Another’, a virtual setup which enables the body-swap illusion and the confrontation with the ‚doppelgänger‘. I will present the methods and the data I collected from interventions in which I have worked with 40 people.
The main motivation of my research is to bring virtual technologies into the course of self- exploration, specifically bodily-perception. Where does the virtual reality stand in mediality and can we use it as a medium for reproducing certain philosophical questions which may lead us to reconsider our own bodily self? With an attempt to connect empirical work in virtual technology and neuropsychology with theories in media sciences, the results of my research may potentially reveal the distinct connection between mediality, psychology and phenomenological way of understanding the lived body experience (Leibliche Erfahrung).

Dr. Anke Steinborn (BTU Cottbus-Senftenberg):
Die Haut, das Ich und das Andere

Die Haut – so die These des Vortrags – fungiert als Schauplatz der sinnlichen Erfahrbarkeit der Protagonisten – ihrer Geschichte, ihrer Identität und ihrer Selbsterfahrung im Spiegel des Anderen. Anhand des Wechselspiels zwischen der textilen Hülle und der Haut soll den Beziehungen zwischen Image und Identität, Text und Textur, Bedeutung und Affekt im Kontext des Films nachgegangen werden. Ziel der Untersuchung ist es, unter die symbolische Hülle der Kleidung zu schauen und das Wesentliche, die Identität darunter zu ergründen.

Sibylle Schulz (Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF):
Sexualität und Macht nach der neosexuellen Revolution. Perspektiven im Rahmen der Dissertation "Sadomasochismus in Zeiten von „Fifty Shades of Grey“ – eine Annäherung"

Das individuelle Begehren ist kein machtfreier Raum. Wie Sexualität gelebt wird, hat immer auch einen gesellschaftlichen Bezug, der in der Verknüpfung von Sexualität und Macht begründet liegt. Dieses Verhältnis von Sexualität/Macht wird aus unterschiedlichen Perspektiven erörtert im Rahmen der Dissertation "Sadomasochismus in Zeiten von Fifty Shades of Grey – eine Annäherung", die sich mit medial bedingten Normalisierungstendenzen marginalisierter Sexualpräferenzen am Beispiel des Sadomasochismus und der Bestsellertrilogie Fifty Shades of Grey und deren Verfilmung beschäftigt.



BUCHVORSTELLUNG

"Was der Fall ist..."
Prekäre Choreografien


Prof. Winfried Gerling, Fachhochschule Potsdam
Dr. Fabian Goppelsröder, Freie Universität Berlin
Hans Kannewitz, Universität und Fachhochschule Potsdam


Zeit
Fr, 02. Februar 2018, 18:00 Uhr

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


"Die Welt ist alles, was der Fall ist." Was aber ist der Fall? Lässt er sich abbilden, fotografieren? Ist er schlicht unbezweifelbares Faktum, Tatsache, Gewissheit? Oder lässt er als Sturz gerade diese Sicherheiten unsicher und prekär erscheinen?
Die Bildgeschichte des Fallens ist noch kurz. Erst mit der Fotografie wird jene eigentümliche Verschränkung von Determination und Freiheit eigentlich zum Sujet. Und erst der mediale Eigensinn der Chronofotografie lässt die Komplexität des Vorgangs sichtbar werden.
Dagegen reicht seine Geschichte als Denkfigur bis zur Erzählung über die Vertreibung aus dem Paradies zurück. Heinrich von Kleist sieht den Fall als Zeichen der "gebrechlichen Einrichtung der Welt" überhaupt. Stück für Stück entwickelt sich das permanente Fallen vom Lapsus zur conditio humana. Der Mensch, die Welt ist alles, was im Fall ist. In einer Zeit, in der die GoPro den Kick des Stürzens in Netzvideos multipliziert, verliert alles Verlässliche, Stabile seinen Reiz. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist der Fall zum Signum einer ganzen Kultur geworden.
Die Reihe »Zwiegespräche« des Brandenburgischen Zentrums für Medienwissenschaften ZeM ist den vielfältigen Formen und Methoden medienwissenschaftlicher Forschung und Wissensproduktion gewidmet. Als intensiver Dialog zweier AutorInnen moduliert jeder einzelne Band einen Begriff, eine Fragestellung, ein Phänomen oder Ereignis im Raum seiner Assoziationen. Statt schlicht zwei Arbeiten zu einem Thema lose miteinander zu verbinden, soll ein sich gegenseitig anstiftender, inspirierender und infizierender Austausch entstehen. Durch die graphische wie inhaltliche Verschränkung der Beiträge, den gemeinsamen Fußnotenapparat und die durchgängige Reihe an Bildern als weiterer Ebene der Argumentation wurde mit »Zwiegespräche« eine eigene, die besondere Bezugnahme tragende Form gefunden.
Was der Fall ist - Prekäre Choreographien, ist der erste Band der Reihe mit dem das Format auch konzeptuell entwickelt wurde, entstanden in Zusammenarbeit mit Merle Ibach und Hans Kannewitz, ist der erste Band der Reihe, mit dem das Format konzeptuell entwickelt wurde.



VORTRAG

»Du musst Caligari (wieder) werden!« – Neue Blicke auf einen bekannten Klassiker


Zeit
Do, 08. Februar 2018, 13.00–17.00 Uhr

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


KOORDINATION
Oliver Hanley, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF


MODERATION
Prof. Dr. Ulrich Ruedel, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Oliver Hanley, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF


GÄSTE
Dr. Olaf Brill, Bremen
Anke Wilkening, Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden


Er gilt als Meilenstein des expressionistischen Films und als Schlüsselwerk des Kinos der jungen Weimarer Republik. Seit Jahrzehnten taucht er regelmäßig in »Top 10«- und »Best Of«-Listen in aller Welt auf. Sein Platz im Kanon der deutschen (Spiel)filmgeschichte ist unumstritten. Jedoch unterlag Das Cabinet des Dr. Caligari bis vor kurzer Zeit einer verzerrten Wahrnehmung, die gravierende Auswirkungen auf das Verständnis und Interpretation des Films hatte: Infolge des legendären Status, den der Film verliehen bekam, ist die wahre Geschichte seiner Entstehung über die Jahre in einem immer dichteren Spinnennetz von Mythen verloren gegangen. Außerdem war der Film – trotz einiger beachtenswerter Restaurierungsanläufe in den 1980er und 1990er Jahren – lange Zeit nur in Kopien und Versionen zu sehen, die bestenfalls ein blasser Abglanz seiner ursprünglichen Pracht waren. Erst 2014 konnte eine Fassung bewerkstelligt werden, die dank verbesserter Materiallage, aktueller Kenntnisse aus interdisziplinären Forschungsprojekten und modernster digitaler Technik der Gestalt und Brillanz des Originalfilms möglichst nahe kommt.

Am Donnerstag, den 8. Februar 2018 stellen im ZeM die Filmrestauratorin Anke Wilkening und der Filmhistoriker Dr. Olaf Brill ihre in Herangehensweise und Ziel unterschiedlichen, jedoch komplementären Arbeiten aus den letzten Jahren vor, die wesentlich dazu beigetragen haben, den Film Das Cabinet des Dr. Caligari und seine Geschichte in neuem Licht sehen zu können.

Im Anschluss an die Vorträge wird um 19 Uhr im Filmmuseum Potsdam die 2014 digital restaurierte Fassung von Das Cabinet des Dr. Caligari mit Livemusikbegleitung gezeigt.
Die Veranstaltung findet als Kooperation der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF (Masterstudiengang Filmkulturerbe) mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin statt und wurde vom ZeM gefördert.

Der Eintritt ist frei. Aufgrund beschränkter Raumkapazität wird eine Voranmeldung bis 25. Januar erbeten.



WORKSHOP

Filmische SciFi Cities als Dispositive urbaner Zukünfte


Zeit
Do, 22. Februar 2018 bis Sa, 24. Februar 2018

Orte
Filmmuseum Potsdam
Breite Str. 1A
14467 Potsdam

ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


ORGANISATION
Dr. Anke Steinborn, BTU Cottbus-Senftenberg
Denis Newiak, BTU Cottbus-Senftenberg


Empirische Methoden geraten bei dem Versuch, zuverlässige Prognosen über die architektonische, soziale und ökologische Entwicklung von Ballungsräumen anzustellen, angesichts der Komplexität jener dynamischen Systeme regelmäßig an ihre erkenntnistheoretischen Grenzen. Entwickeln Stadtplaner_innen ausgehend von spezifischem Wissen über die Gegenwart Teil-Szenarien zur Entwicklung von Städten in der Zukunft, enthalten Science-Fiction-Filme explizit ausformulierte Darstellungen von zukünftigen Urbanitäten, welche sich als fiktionale Extrapolationen auf eine angenommene verallgemeinerbare Beschaffenheit der Gegenwart beziehen. So verstörend diese Ausblicke in ihrer implizit wie explizit formulierten Bezugnahme auf die Welt von heute zum Teil auch sein mögen: Eben weil sie keinen Anspruch auf akademische Methodik und Nachprüfbarkeit erheben, erlauben die vielfältigen imaginierten Sci-Fi-Cities, in ihnen nach Entwürfen zu suchen, die sich bei der Gestaltung lebenswerter Zukunftsstädte nutzbar machen lassen.
Im Rahmen dieses interdisziplinären Workshops sollen die Herausforderungen des zukünftigen urbanen (Zusammen-)Lebens im Kontext von Science-Fiction-Filmen zusammengetragen und diskutiert werden.

http://www.zem-brandenburg.de/downloads/944/SciFi_Programm_online.pdf



April 2018

Liebe am ZeM Interessierte,
wir freuen uns, Ihnen unsere Veranstaltungen im April ankündigen zu dürfen:

FILMDISKUSSION

Präsentation von Apparatus und "Strogyj junoša" (Abram Room, 1936)

DEBATTE

in medias res: Meinungsfreiheit und Medienpraxis – Die Lage in der Türkei

KOLLOQUIUM

Übersicht Forschungs- und Doktorandenkolloquium im Sommersemester 2018

WORKSHOP

Computer-based Approaches for the Analysis of Film Style



FILMDISKUSSION

Präsentation von Apparatus und "Strogyj junoša" (Abram Room, 1936)

Dr. Natascha Drubek/Irina Schulzki
Zeit
Mi, 18. April 2018, 19.00 Uhr

Ort
Filmmuseum Potsdam
Marstall, Breite Straße 1a
14467 Potsdam


Die Reihe "Film lesen" lädt viermal im Jahr Gäste ins Kino des Filmmuseums ein, die in jüngst erschienenen Büchern oder Zeitschriften über Filme geschrieben haben: über spannende Menschen und Themen aus Film- und Kinogeschichte, über Neuentdeckungen und neue Zugänge zu verschiedensten Aspekten der Filmkunst.
Nach einem kurzen Gespräch mit den Autor*innen folgt dann ein Film, dem in der Publikation besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Zum Anfang der Reihe steht das digitale Journal Apparatus im Fokus, dessen neueste Ausgabe sich der Geste im Film widmet.
Danach wird der Film "Strogyj junoša" (Der strenge Jüngling) des russischen Regisseurs Abram Room aus dem Jahr 1936 gezeigt.


GÄSTE
Dr. Natascha Drubek Filmwissenschaftlerin
Irina Schulzki Filmwissenschaftlerin


MODERATION
Prof. Dr. Ursula von Keitz Filmmuseum Potsdam/Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF


DEBATTE

in medias res: Meinungsfreiheit und Medienpraxis – Die Lage in der Türkei

Zeit
Do, 19. April 2018, 18.00–19.30 Uhr

Ort
Stadt- und Landesbibliothek
im Bildungsforum Potsdam
EG Veranstaltungssaal
Am Kanal 47
14467 Potsdam


Wie wirkt sich die aktuelle politische Situation in der Türkei auf künstlerische und gesellschaftliche Freiheiten, insbesondere im Film und in anderen Medien aus? Welche Formen des Widerstandes haben sich entwickelt und wie werden soziale Netzwerke und Crowd-Funding-Projekte dabei genutzt? Diese und weitere Fragen sind Thema dieses Abends und laden zum Austausch zwischen Publikum und Gästen aus der Türkei ein.
Eingeladen sind die Filmwissenschaftlerin Dr. Özgur Çiçek und die Medienwissenschaftlerin Dr. Özlem Savaş, die derzeit Stipendiatinnen des Brandenburgischen Zentrums für Medienwissenschaften (ZeM) sind. Mit diesem Stipendium können die beiden Forscherinnen ihre wissenschaftliche Arbeit in Deutschland fortsetzen. Ein weiterer Gast ist Bülent Mumay, der ehemalige Chefredakteur der Online-Ausgabe der Hürriyet und Autor der “Briefe aus Istanbul”, die regelmäßig in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erscheinen. Moderiert wird die Veranstaltung von der vielfach ausgezeichneten Regisseurin Ayşe Polat.

Sprache: Türkisch mit deutscher Übersetzung

Der Eintritt ist frei!


GÄSTE
Dr. Özgur Çiçek Filmwissenschaftlerin, ZeM
Dr. Özlem Savaş Medienwissenschaftlerin, ZeM
Bülent Mumay Journalist FAZ


MODERATION
Ayşe Polat Regisseurin


ORGANISATION
Dr. Adelheid Heftberger ZeM
Franziska Schubert ZeM


KOLLOQUIUM

Übersicht Forschungs- und Doktorandenkolloquium im Sommersemester 2018

Das medienwissenschaftliche Forschungskolloquium bietet Promovierenden und Post-Docs die Möglichkeit, ihre aktuellen Promotions- und Forschungsprojekte zu präsentieren und im kollegialen Rahmen zu diskutieren.
Folgende Termine und Vortragende sind für das Sommersemester 2018 geplant:
Fr, 27. April, 10.30–13.00 Uhr: Dr. Özlem Savaş, Judith Dobler
Fr, 01. Juni, 10.30–13.00 Uhr: Carolin Anda, Dr. Özgür Çiçek
Fr, 06. Juli, 10.30–13.00 Uhr: Naomie Gramlich, Dr. Lea Wohl von Haselberg

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Dr. Özlem Savaş (ZeM): Digital spaces of intimacy, affinity, and affective politics of new migrants from Turkey
This talk addresses how new migrants from Turkey create digital spaces of intimacy and affinity that serve as networked localities of diasporic solidarity and affective politics. Due to recent increase in political repression and turmoil in Turkey, a growing number of people – mostly intellectuals, academics, journalist, artists, and students - are leaving Turkey. Although these new migrants are settling around the globe, most are going to Europe, especially Germany. New migrants from Turkey have established various websites, blogs, and online groups to provide solidarity and collaboration and to establish social and political collectivities. I would suggest that these digital media platforms serve as spaces of intimacy and affinity, not only because they are imbued with profound feelings of solidarity, hope, fear, anger, despair, anxiety, overwhelm and impasse, but also because these collective, public, and political feelings are deliberately or unintentionally registered as the basis of the existing and possible collectivities and actions. My ongoing ethnographic research focuses on new migrants’ affective investment in digital media and its outcomes for diasporic solidarity and politics. In this talk, I will engage in a series of questions at the intersection of digital media, migration, feelings, and politics. How can collective, public, and political feelings archived in and circulated by digital media form the basis of the existing and possible collectivities and actions? How are digital localities produced, inhabited, and networked through intimacy and affinity emerging from the common experience of particular social, political, and historical circumstances? What kind of new political possibilities, horizons, and subjectivities emerge from the diasporic solidarity and affective politics that play through these digital localities and their networked connectivity that expands across digital and physical spaces?

Judith Dobler (ZeM): Spüren. Beobachten. Entfalten – Zeichnen und Forschen in einem experimentalphysikalischen Labor
Im Anwendungslabor für experimentelle Röntgenphysik, dem „Berlin Laboratory for innovative X-ray Technologies“ der Technischen Universität, kurz BLiX, wird viel gezeichnet. Auf schwarze und weiße Tafeln, auf Papier, in Notiz- und Laborbücher, an Wände, auf Tischen, im Sitzen, im Stehen, allein und kollaborativ. Die Zeichnungen werden im Labor und in den Arbeitsräumen sichtbar – ihre Herstellung jedoch entzieht sich dem oberflächlichen Blick und in die Öffentlichkeit dringen diese Bilder zumeist nicht.
Für die Dissertation dient eine ethnografische Feldstudie in besagtem Labor als Grundlage für Fragestellungen zu analogen Medien in hochtechnischen Umgebungen, den Entwurfsverfahren in der (natur-)wissenschaftlichen Forschung sowie zu kollaborativen Wissensformen. Hierzu werden methodische Verfahren aus dem Labor herausgegriffen und auf eine medienwissenschaftlich-ästhetische Fragestellung experimentell angewendet. Die Methoden beinhalten sensorische Aufzeichnungsinstrumente, Dokumentations- und Speichermedien von Daten, sowie die für Analyseprozesse notwendigen Bild- und Textformate der wissenschaftlichen Erkenntnis.
Für den Vortrag im Kolloquium wähle ich drei methodische Verfahren, die aus ethnografischer und historischer Perspektive die Verschränkung von Kunst und Wissenschaft als bildgebender Handlung im Labor thematisieren: Durch „Spüren“ wird der Zugang im Labor mithilfe des optischen Instruments „Camera Lucida“ zeichnerisch erfasst. Im „Beobachten“ kann die wissenschaftliche Arbeit anhand von Notationsverfahren in „Laborbüchern“ aufgezeichnet werden. Das „Entfalten“ von gewonnenen Daten in der Analyse- und Interpretationsphase wird schließlich in Form von diagrammatischer Modellierung und visueller Theoriebildung nachgezeichnet.


WORKSHOP

Computer-based Approaches for the Analysis of Film Style

Zeit
Do, 03. Mai 2018, 09.30–18.30 Uhr
Fr, 04. Mai 2018, 09.30–14.30 Uhr

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


With his idea of distant reading, Franco Moretti suggests a quantitative approach for literary studies that makes use of computer-based methods to identify complex patterns and hidden relationships in texts. One of the most popular approaches to implement distant reading is called stylometry. It is based on the assumption that authors have characteristic stylistic preferences when it comes to writing a text. These preferences may be expressed in terms of individual vocabulary or the frequent - and oftentimes unconscious - use of common function words, such as articles or conjunctions. By calculating the frequencies of individual word usage in different texts, a stylistic fingerprint of a text can be obtained. Texts may then be classified stylistically by means of their individual fingerprint. One popular application of stylometry is automatic authorship attribution for texts with unknown authorship by calculating their stylistic distance to other texts, where the authors are known.

In the workshop, we would like to explore how these quantitative stylometric approaches that are used in literary studies, can be transferred and extened to the analysis of film style. This also involves a critical reflection on the meaning and usage of the term style in the context of film studies as well as a discussion about its formalization to facilitate the automated computer-supported analysis of film style. One of the main challenges in adapting stylometric procedures from literary studies to the analysis of film can be found in the identification of quantifiable parameters. In literary studies, stylometry operates on word frequencies. In film studies, we find a plethora of other - technical as well as aesthetic - factors that influence film style, e.g. shot lengths and frequencies, angle and size of shots, techniques for connecting shots and scenes (e.g. cross fading), manipulation of time (e.g. slow motion and time lapse), motion and direction of movement (camera- and object motion), color usage and contrasts, frequently occurring persons, objects, audiovisual motifs language use and dialogic structure.

With this transdisciplinary workshop, we would like to bring together scholars from different fields such as film studies, literary studies, linguistics and computer science. We expect participants to contribute to the workshop by presenting their ideas and experiences on the analysis of style and to discuss chances and limitations of quantitative and computer-based approaches for the analysis of film.


Confirmed workshop speakers (in alphabetical order):
Jun.-Prof. Dr. Jan-Hendrik Bakels Free University Berlin
Jun.-Prof. Dr. Manuel Burghardt University of Leipzig
Prof. Dr. Ralph Ewerth Leader of the Research Group Visual Analytics, TIB Hannover
Prof. Dr. Barbara Flückiger University of Zurich
Prof. Dr. Peter Grzybek University of Graz
Prof. Dr. Malte Hagener University of Marburg
Dr. Adelheid Heftberger Brandenburg Center for Media Studies
Dr. Dietmar Kammerer University of Marburg
Prof. Dr. Daria Khitrova Harvard University
Dr. Sebastian Möring University of Potsdam
Dr. Christian Gosvig Olesen University of Amsterdam
Dr. Johannes Pause Université du Luxembourg
Prof. Dr. Yuri Tsivian University of Chicago
Prof. Dr. Chris Wahl Film University Babelsberg KONRAD WOLF
Niels-Oliver Walkowski Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities
Prof. Dr. Mark Williams Dartmouth University
Dr. Matthias Zeppelzauer University of Applied Sciences, Sankt Pölten


WORKSHOP ORGANIZED BY:
Adelheid Heftberger, Manuel Burghardt, Johannes Pause, Niels-Oliver Walkowski and Matthias Zeppelzauer